Europäische Investoren haben im August weiter Fonds gekauft, allerdings in geringerem Umfang als im Juli. Unterm Strich flossen 43 Milliarden Euro in die Portfolios – ohne Geldmarktfonds –, nach 62 Milliarden im Vormonat. Das geht aus einer Auswertung von Morningstar hervor. Die Fondsanalysten stellen dabei fest, dass Renditesucher immer häufiger zu passiven Produkten greifen. Deren Mittelwachstum ist dynamischer als das ihrer aktiven Pendants, wie Morningstar-Chefredakteur Ali Masarwah schreibt.

Insgesamt verzeichneten aktive wie passive Anleihenfonds im August die größte Nachfrage. Ihnen gingen 25 Milliarden Euro zu. Aktienfonds verbuchten indes vergleichswese bescheidene Nettozuflüsse von 13,5 Milliarden Euro, deutlich unter dem Juli-Niveau. Die Nachfrage nach Mischfonds war ebenfalls eher verhalten und lag bei 3,4 Milliarden Euro. Alternative Fonds, die auf Hedgefonds-Strategien setzen, verbuchten Masarwah zufolge zum ersten Mal seit August 2018 in einem Monat eine positive Nachfrage. Ihnen gingen rund 760 Millionen Euro zu. Auf der Verliererseite fanden sich im August Rohstofffonds, die aufgrund von Rückgaben von Edelmetallprodukten ihren ersten negativen Monat seit November 2019 hinnehmen mussten.

Höhere Wachstumsrate bei ETFs & Co.
Betrachtet man laut Masarwah die Absatzbilanz im August durch die "Aktiv-Passiv-Brille" zeige sich, dass die Zuflüsse in passive Vehikel wie börsengehandelte Indexfonds (ETFs) oder andere Indextracker dynamischer ausfielen als in aktiv verwaltete Fonds. Die organische Wachstumsrate lag bei Indexprodukten im August bei 0,66 gegenüber 0,42 Prozent bei aktiv verwalteten Fonds. Zur Erläuterung: Unter organischem Wachstum versteht Morningstar das Verhältnis der Mittelzuflüsse zum verwalteten Vermögen. In den vergangenen zwölf Monaten wuchsen passive Produkte organisch um 10,3 Prozent, gegenüber 1,9 Prozent bei aktiv verwalteten Fonds. 

In absoluten Zahlen verzeichneten die passiven Tracker im August Nettozuflüsse von zwölf Milliarden Euro, während aktive Produkte Zuflüsse von 31 Milliarden Euro verzeichneten. Der Marktanteil der passiven Portfolios lag damit am 31. August bei 20 Prozent, gegenüber 18,37 Prozent im Vorjahr. (jb)