Viel wird über den vermehrten Einstieg bekannter Vermögensverwalter in Kryptowährungen berichtet – große Marktteilnehmer sind mitunter schon länger beteiligt. Ob und und in welchem Ausmaß österreichische Finanzunternehmen selbst und für ihre Kunden in Kryptowährungen investieren, das lag jedoch bisher im Dunkeln. Eine breit angelegte Digitalisierungsstudie der Finanzmarktaufsicht (FMA) bringt nun auch in diesen Detailbereich einen Einblick. Es zeigt sich: Kryptoservices oder ein Kauf von digitalen Währungen ist bisher auf wenige Unternehmen beschränkt.

Am ehesten sind noch die kleineren Dienstleister wie Wertpapierfirmen (WPF) in diesem Feld tätig. Ein Unternehmen ist an Krypto-Assets im Ausmaß von 0,5 Prozent des Portfolios beteiligt. Zwei WPF sind in geringem Ausmaß in Krypto-Assets investiert. Eine WPF plant eine geringe (null bis ein Prozent des Portfolios) Beteiligung an Krypto-Assets. Eine weitere will in FinTech/InsurTech im Fremdbestand (Kundengelder) investieren. Zwei WPF erbringen außerdem Dienstleistungen, die sich auf virtuelle Währungen beziehen. So die überschaubare Bilanz der FMA für diesen Sektor.

Noch weniger Dynamik bei den Großen
Tendenziell noch geringer ist die Dynamik bei größeren Marktteilnehmern. Bei den Versicherungsunternehmen bietet kein einziges Dienstleistungen in virtuellen Währungen an, fünf Versicherer planen aber eine geringe Beteiligung an FinTech/InsurTech, drei davon halten bereits Beteiligungen im Ausmaß von jedenfalls unter einem Prozent des Gesamtportfolios im Eigenbestand. Indirekte Investments von Versicherungen in Krypto-Assets über Fonds nehmen mit 0,0003 Prozent nur einen vernachlässigbaren Anteil ein. Großteils entfallen solche Investitionen auf ETFs, die nicht in Blockchain-Technologie selbst investieren, sondern bloß Zugang zu diesem Ökosystem gewähren, wie es heißt.

Bei den Kreditinstituten (KI) wiederum hält nur ein befragtes Unternehmen indirekt Krypto-Assets und zwar in der Höhe von 0,012 Prozent des Portfolios. Dieses Unternehmen plant sein Engagement auszuweiten (auf 0,036-0,055 Prozent). Drei KI halten Beteiligungen an spezifischen Fintechs oder Insurtechs. Diese machen rund 0,02-0,2 Prozent des Gesamtportfolios aus.

Eine VWG investiert in Kryptoassets
Bei den Portfolioverwaltern gibt eine VWG an, dass sie derzeit in Krypto-Assets investiert ist und zwar mit rund 0,015 Prozent des Gesamtportfolios (in Fremdbestand). Keine VWG erbringt demnach eine Dienstleistung im Zusammenhang mit virtuellen Währungen.

Am zurückhaltendsten sind wohl die Pensionskassen, wo keine Einzige Dienstleistungen im Zusammenhang mit virtuellen Währungen erbringt. Auch direkte Investments in solche neue Anlageformen sind nicht geplant. Indirekte Fondinvestments in Assets im Krypto-Umfeld sind gering und beschränken sich auf Hardware und Software-Provider im Blockchain-Umfeld.

Virtuelle Währungen werden zurzeit auch in den betrieblichen Vorsorgekassen (BVK) nicht aktiv eingesetzt. Eine BVK ist aktuell mit einem Anteil von 0,015 Prozent des Portfolios indirekt in FinTech/InsurTech investiert. (eml)