Die österreichische Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) macht einen weiteren Schritt in Richtung Verbraucherinformation. Seit Dienstag (28.4.) steht eine Plattform online, über die Konsumenten die Kosten und Performances von Fonds vergleichen können. 

Die "Fonds-Lupe" ermöglicht nach erster Sichtung der Redaktion einen sehr hohen Individualisierungsgrad und ist interaktiv gestaltet, sodass über die Mauszeigerbewegung gezielte Informationen in den Grafiken aktiviert werden können. Nutzerinnen und Nutzer können zum einen mehrere einzelne Fonds auswählen und diese direkt gegenüberstellen. Zum anderen kann man auch sehen, wo die ins Auge gefassten Einzelprodukte im breiten Marktvergleich stehen, etwa bei Kosten und möglicher Performance.

Über Regler lassen sich unter anderem Haltedauer, Kostenlimits oder eine Mindestperformance einstellen. Zudem können Nachhaltigkeitsbedürfnisse, Umweltgütesiegel (UZ49) oder andere Nachhaltigkeitsindikatoren wie Artikel 8/9 angegeben werden. Ein Filter ermöglicht auch den Vergleich mit passiven Fonds, wobei hier die Produktbreite im Land noch überschaubar ist. 

Nur Österreich-Fonds
Basis für den Vergleich sind Daten aus sämtlichen Basisinformationsblättern der österreichischen Fondsanbieter. An einer Ausweitung auf alle in Österreich zugelassenen Produkte wird dem Vernehmen nach gearbeitet.  

"Die Transparenz hilft dabei, Finanzprodukte einordnen und vergleichen und damit den Kapitalmarkt informiert nutzen zu können", so der Vorstand der FMA, Mariana Kühnel und Helmut Ettl. 

Für die Fondsbranche dürfte mit dem Tool der Kostendruck nicht geringer werden. So steigt eher der Bedarf, bei den Ausgabeaufschlägen geringere Werte anzugeben: Die Agios werden in den KIDs, die ja Grundlage für die FMA-Betrachtung sind, als Maximalwerte angegeben und können in vielen Fällen verhandelt werden, oder es gibt Aktionen mit hohen Nachlässen. Diese Rabatte sind in der "Fonds-Lupe" natürlich nicht berücksichtigt; die realen Kosten können daher viel tiefer sein als im Vergleich. (eml) 


Service: Das Tool ist auf den Internetseiten der FMA unter FMA-Fonds-Lupe zu finden.
Es existiert bereits eine Zertifikate-Lupe der FMA. (Externe Links)