Bei der Nürnberger stehen seit Anfang Juli zwei neue FLV-Tarife zur Verfügung: Einmalvergütung (Tarif 1546) und laufende Vergütung (Tarif 1547). Geändert hat sich laut einer Aussendung des Unternehmens unter anderem die Ablebensleistung. Es gibt keine an der Prämiensumme ausgerichtete Mindesttodesfallsumme mehr. Statt dessen orientiert sich die Ablebensleistung bei den beiden neuen Haupttarifen am Deckungskapital (Sparanteil plus Zinsen). Es würden fix 105 Prozent des Deckungskapitals ausbezahlt. Ein Vorteil sei, dass Kunden in der Regel bei der neuen Variante keine Gesundheitsangaben mehr machen müssten.

Das alte System der Mindesttodesfallsumme orientierte sich an der Prämiensumme. Die Ablebensleistung lag bei den alten Tarifen nach Auskunft des Unternehmens zwischen 30 bis 150 Prozent der Prämiensumme (bei laufender Prämie) beziehungsweise zwischen 100 bis 400 Prozent der Prämiensumme beim Einmalerlag.

Erhöhung des Höchstendalters
Auf Wunsch von Vertriebspartnern sei außerdem das Höchstendalter der Versicherten beim Tarif 1547 auf 90 Jahre erhöht worden. Das sei insbesondere für Späteinsteiger interessant, die im Negativzinsumfeld Anlagealternativen suchen und dabei auf die FLV setzen, die steuerliche Vorteile bringen kann (vier Prozent Versicherungssteuer auf Einzahlung versus 27,5 Prozent KESt auf Gewinne bei Fondsinvestment).  

Auch bei der Rechengrundlage komme es zu Neuerungen: Gegenüber den Vorgängertarifen würden nun die Sterbewahrscheinlichkeiten der Roh-Sterbetafel 2010/2012 der Statistik Austria angewandt. Gegenüber der früheren Tafel sei die Lebenserwartung gestiegen, "was bei gleicher Risikosumme zu einer geringeren Risikoprämie führt", wie ein Sprecher erklärt.

Veränderungen "schwer vergleichbar"
Welche Unterschiede (Verbesserungen, Verschlechterungen) sich daraus real für die Kunden ergeben, sei schwer aufzuschlüsseln. Da sich das alte System der Mindesttodefallsumme an der Prämiensumme orientierte, das neue jedoch am Deckungskapital des Vertrages, sei eine direkte Vergleichbarkeit "kaum möglich". Auch eine pauschale Aussage zur direkten Auswirkung der Sterbetafel-Aktualisierung sei aufgrund der Systemänderung schwierig zu treffen, so der Sprecher.

Neu sind teils auch die Mindestprämien. Beim Tarif 1546 bleiben es zwar 25 Euro monatlich (75 Euro im Quartal, 150 Euro im Halbjahr, 300 Euro jährlich). Beim Tarif 1547 wurde diese jedoch von 50 auf 100 Euro monatlich angepasst (auch die unterjährigen Mindestprämien wurden verdoppelt auf neu: 300 Euro vierteljährlich, 600 Euro halbjährlich, 1.200 Euro jährlich).

Biene Maja Kindervorsorge
Und noch eine Änderung wird bei der Biene Maja Kindervorsorge vermeldet, wo statt bisher drei unterschiedlicher Produktvarianten künftig nur eine angeboten wird (davor "Biene Maja Patenschaft Flex", "Biene Maja Patenschaft Zukunft" und "Biene Maja Patenschaft Zukunft plus"). In der nun als Einzelprodukt verschlankten Kindervorsorge stehen die gesamte Fondsauswahl so wie neun Portfolios zur Auswahl. (eml)