Die in mehreren Ländern tätige HMK V AG (unter anderem "Österreichisches Münzkontor") mit Sitz in Kreuzlingen in der Schweiz hat billige Münzen und Medaillen als Anlagewerte vertrieben. In Österreich kam es nun nach einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofs (OGH) zu einer Einigung: Betroffene, die Münzen und Medaillen bis zum 30.03.2020 erworben und beim Verein für Konsumenteninformation (VKI) Beschwerde eingereicht haben, werden entschädigt. Das teilt der VKI mit. Die Details der Einigung konnte ein VKI-Sprecher auf Anfrage vorerst nicht nennen.

Der OGH hat den sogenannten "Sammler-Service" des Unternehmens als "aggressiv" und "unlauter" eingestuft. Die Bewerbung der Münzen und Medaillen zum Anlagezweck erachtete das Gericht als "irreführend". Gleichzeitig entschied das Gericht in Teilbereichen allerdings zu Gunsten der HMK V AG; Die Frage nach einer konkreten Entschädigung blieb nach dem Urteil offen. Der VKI, der im Auftrag des Sozialministeriums geklagt hat, hat nun mit dem Unternehmen eine außergerichtliche Einigung erzielt, die den Anlegern einen weiteren langjährigen Rechtstreit um Entschädigungen ersparen soll.

Hohe Summen investiert
Das kritisierte "Sammler-Service" des Österreichischen Münzkontors löste durch eine einzelne Bestellung ein Mechanismus aus, bei dem Kunden weitere Münzen und Medaillen erhielten, die sie entweder zu zahlen hatten oder innerhalb einer Frist zurückschicken mussten. Dabei richtete sich das Unternehmen im Marketing vorwiegend an ältere Personen. Auch der beworbene Anlageaspekt sorgte für Fehlentscheidungen bei gutgläubigen Kunden: Eine Betroffene hatte etwa knapp 21.000 Euro – einen wesentlichen Teil ihrer Ersparnisse – in Münzen investiert, deren Materialwert ein österreichisches Gericht auf knapp 670 Euro schätzte.

Die HMK V AG tritt in Österreich als "Österreichisches Münzkontor" auf. Der Homepage ist aber zu entnehmen, dass die Gesellschaft auch Vertriebsportale hat, die sich an französische, tschechische, Schweizer oder angelsächsische Anleger richten. (eml)