Die Frage der Energiesicherheit ist zu einem weiteren Thema im M&G Global Themes geworden. Dies sagte Fondsmanager Alex Araujo im Interview mit FONDS professionell. "Wir alle sind ein bisschen behäbig bei diesem Punkt geworden, da nehme ich mich selbst nicht aus", so Araujo. "Wenn wir das Licht einschalten, unsere Handys aufladen oder das Haus heizen, so erscheint es uns doch im Grunde egal, wo die Energie herkommt." Erst wenn die Preise steigen oder Energie knapper wird, bereite das Sorgen. "Nun habe ich dies als Unteraspekt des Themas Umwelt aufgegriffen", erläutert der Manager.

Der Fonds firmierte einst als Global Basics und zählte zu den Verkaufsschlagern des britischen Traditionshauses. 2017 wurde die Strategie auf einen thematischen Ansatz umgestellt. Zwei Jahre später übernahm Araujo das Ruder, der bereits den M&G Global Listed Infrastructure lenkte – und dies weiterhin tut. Der Global Themes investiert in Aktien der vier Felder Demografie, Umwelt, Infrastruktur und Innovation.

"Trends flüchtiger Natur"
"Diese Themen begleiten die Menschheit schon seit geraumer Zeit und werden es auch künftig noch lange tun", erläuterte der in Toronto aufgewachsene Manager. Diese vier Kernthemen blieben auch unverändert, betonte Araujo. "Doch ich bin mir aller Unsicherheiten in der Welt bewusst." Die Gesellschaft verändere sich rasant. Daher erscheine es angemessen, bei Bedarf nachzujustieren. "Aber ich möchte mich nicht in Trends verstricken, die kurzfristig attraktiv erscheinen, aber lediglich flüchtiger Natur sind." Die im Fonds enthaltenen Unternehmen tausche er dementsprechend nur bedachtsam aus.


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Thematische Investments müssten zudem auf dem festen Boden der Tatsachen stehen. "Ich wurde oft nach Kryptoinvestments, fliegenden Autos oder allen möglichen weiteren Visionen gefragt", berichtet der Portfoliolenker. "Der Markt schwelgte ab der zweiten Jahreshälfte 2020 und über das Jahr 2021 hinweg geradezu in Euphorie für solche Aktien." Diese hätten jedoch oft ­keinerlei Gewinne und keine Cashflows vorgewiesen – und ihre Kurse stürzten 2022 ab. "Ich hechle nicht irgendwelchen kurzfristigen, vermeintlich heißen Trends hinterher", betonte Araujo.

"Dann griffen wir zu"
Zwar ging der Kursverfall an den Märkten auch an dem Fonds nicht spurlos vorbei, räumte der M&G-Mann ein. Die Verluste seien aber vergleichsweise gering. "Ich setze auf eine gesunde Diversifikation. Dabei geht es mir nicht allein darum, möglichst viele verschiedene Unternehmen zu kaufen, sondern um unterschiedliche Profile mit Blick auf Risikofaktoren", erläuterte Araujo. "Für solche Fälle sind defensive Elemente wichtig, die das Gesamtkonstrukt stützen und dafür sorgen, dass alles an seinem Platz bleibt."

Zugleich habe die Korrektur hervorragende Chancen eröffnet. "So eine Gelegenheit wie den Kursverfall seit Jahresbeginn konnte ich ehrlich gesagt kaum abwarten", berichtete der Portfoliolenker. So kaufte er etwa Aktien des Google-Dachkonzerns Alphabet. Google sei ein gutes Unternehmen mit hohen Gewinnen und soliden Cashflows. "Mein Team und ich hatten nur den Eindruck, dass die Bewertung zu strapaziert war – bis vor Kurzem. Dann griffen wir zu." (ert)