Die Fondsgebühren, die Anleger bei österreichischen Publikumsfonds für die Verwaltung zahlen müssen, haben sich im Jahr 2020 nur minimal verändert. Die maximalen jährlichen Verwaltungsgebühren lagen im volumengewichteten Mittel bei 1,24 Prozent und waren damit geringfügig höher als 2019 mit 1,23 Prozent. Die laufenden jährlichen Kosten sind leicht auf 1,13 Prozent gesunken (davor 1,14 Prozent).

Ausgabeaufschläge gefallen
Deutlich merkbar gefallen sind hingegen die maximalen Ausgabeaufschläge, die beim Kauf zu zahlen sind. Hier ging es von 3,6 Prozent im Jahr 2019 auf 2,80 Prozent bergab, wie aus der "FMA-Marktstudie über Fondsgebühren von österreichischen Publikumsfonds" hervorgeht. Gründe werden darin nicht genannt.

Erwähnenswert ist, dass die Zahlen aus dem gesetzlich vorgeschriebenen Kundeninformationsdokument (KID) stammen und es sich nicht um tatsächlich verrechnete Agios handelt. Die im KID angegebenen Werte können von den realen abweichen, da bei Ausgabeaufschlägen in der Regel Verhandlungsspielraum besteht beziehungsweise der Vertrieb oft Rabattaktionen hat. Insgesamt hat die Aufsicht für ihre Studie die Fondsbestimmungen von 1.014 Fonds mit einem Gesamtvolumen von mehr als 105 Milliarden Euro analysiert.

Agio sowohl bei Aktien- als auch bei Anleihefonds gesunken
Die maximalen Ausgabeaufschläge haben sich im Mittelwert sowohl bei Aktien- als auch bei Anleihenfonds verringert: bei Rentenfonds von 3,41 Prozent auf 2,49 Prozent, bei Aktienfonds von 4,25 Prozent auf 3,13 Prozent. Auch die Ausgabeaufschlagsdifferenz zwischen beiden Fondstypen verkleinerte sich (von 1,12 auf 0,92 Prozent). Der Ausgabeaufschlag stellt im Unterschied zur Verwaltungsgebühr eine Vergütung bei Anteilscheinerwerb dar, die üblicherweise als Vermittlungsprovision an den Vertrieb weitergeleitet wird.

Signifikant ist nach wie vor der Zusammenhang zwischen Risikoklasse und Höhe der Gebühren: Je höher das Risiko, desto höher tendenziell auch die Fondsgebühren. Der im Volumen am stärksten wachsende Fondstyp sind nachhaltigkeitsorientierte Fonds. Sie weisen im Vergleich zum Gesamtmarkt insgesamt niedrigere Gebühren bei den laufenden Kosten und maximalen Ausgabeaufschlägen auf, schreiben die FMA-Experten.

Begriff: Maximale Verwaltungsgebühr
Die Verwaltungsgebühr wird als jährliche Maximalgebühr in Prozent des Fondsvermögens angegeben und in den  Fondsbestimmungen ausgewiesen. Sie deckt in der Regel den Großteil, aber nicht sämtliche Spesen ab, da unter anderem noch Depotgebühren, Ausgabeauf-/Rücknahmeabschläge, Transaktionskosten und allfällige performanceabhängige Verwaltungsgebühren hinzukommen können.

Begriff: Laufende Kosten
Als laufende Kosten sind im KID die tatsächlich angefallenen Kosten des Fonds im Laufe eines Jahres in Prozent des Fondsvermögens anzugeben; sie können deshalb von Jahr zu Jahr variieren. Die laufenden Kosten umfassen Kosten, die der Fonds zu tragen hat, unabhängig davon, ob es sich um Verwaltungsgebühren oder die Entlohnung von Personen handelt (etwa Abschlussprüfer, Anwälte, Berater). Bestandteil sind jedenfalls Verwaltungs- und Depotbankgebühren, Gebühren für Anlageberater, Zahlungen für Auslagerungen, Anmelde-, Aufsichts- oder ähnliche Gebühren, Personenvergütungen, Vertriebsgebühren. Bei Dachfonds fallen auch die laufenden Kosten der investierten Subfonds hinein. Nicht in den laufenden Kosten enthalten sind, sind u.a. Ausgabeauf- und Rücknahmeabschläge, Vermittlungsprovisionen, Transaktionskosten sowie performanceabhängige Verwaltungsgebühren. (eml)