Luxemburg lockert bei ETF-Transparenz weiter die Zügel
Das Großherzogtum hängt die Latte für die Offenlegung der Positionen bei börsengehandelten Fonds niedriger. Statt monatlich müssen ETFs nur noch einmal im Vierteljahr ihr Portfolio offenlegen. Damit versucht Luxemburg, im Wettbewerb mit dem größten Konkurrenten Schritt zu halten.
Die Luxemburger Finanzaufsicht CSSF senkt die Transparenzpflichten für börsengehandelte Fonds (ETFs). Demnach müssen ETFs künftig nur noch vierteljährlich ihr Portfolio offenlegen – mit einer maximalen Verzögerung von 30 Tagen. Die Neufassung gilt sowohl für aktive als auch für passive ETFs, wie die Behörde in einem Frage-Antwort-Katalog erläutert. Das Großherzogtum passt seine Regelung damit den Vorschriften in Irland an. Die Grüne Insel ist mit Abstand das größte Domizil für ETFs in Europa.
Luxemburg hatte im Dezember 2024 erstmals die Transparenzschwellen bei ETFs gesenkt. Seither galt eine Pflicht zur monatlichen Veröffentlichung der Portfoliobestandteile – und dies auch nur für aktive ETFs. Gegenüber Handelspartnern wie Market Makern und Authorized Participants soll jedoch weiterhin die bislang gängige tagesaktuelle Offenlegung gelten, betonte die Behörde in der Mitteilung. Irland war im April 2025 dem Luxemburger Vorbild gefolgt, führte jedoch eine vierteljährliche Offenlegung ein.
Nachahmer abwehren
Die beiden Fondsdomizile kommen damit insbesondere aktiven Asset Managern entgegen. Diese packen ihre Strategien zunehmend in den Mantel eines ETF. Um jedoch Nachahmer abzuhalten sowie das Risiko des sogenannten Front-Runnings, also das Ausnutzen von absehbaren Handelsaktivitäten, auszuschließen, möchten die Portfoliomanager möglichst ihre aktuellen Positionen im Portfolio verschleiern.
Bisher greifen in Europa aber nur wenige Asset Manager auf die Option zurück, die Einsicht ins Portfolio zu verzögern. Lediglich Fidelity International und Pimco haben derzeit entsprechende ETFs gestartet. In den USA hatte die Wertpapieraufsicht SEC bereits im Jahr 2019 ihre Vorgaben zur täglichen Transparenz reduziert. Zwar kamen hier mehr Produkte mit eingeschränkter Offenlegung auf den Markt. Doch das Gros der ETFs hält sich weiterhin an die tägliche Transparenz. (ert)
















