Klimaschutz und Rendite – ein Widerspruch? Nicht für Christoph Keidel und Michael Hünseler. Keidel managt den LBBW Global Warming seit dessen Auflage im Jahr 2007, ein Fonds nach Artikel 8 der Offenlegungsverordnung (SFDR), der inzwischen mehr als zwei Milliarden Euro verwaltet. Hünseler zeichnet als Chief Investment Officer von LBBW Asset Management für die strategische Ausrichtung des gesamten Portfoliomanagements verantwortlich. Gemeinsam mit Roland Kölsch, beim Wissenschaftsverein FIRST für das FNG-­Siegel verantwortlich, haben wir die beiden am Stuttgarter Stammsitz von LBBW Asset Management zu einem Analysegespräch für die aktuelle Magazinausgabe von FONDS professionell aufgesucht.

Auf die Frage, ob Klimaschutz oder Rendite Kern des Investments seien, erklärt Keidel, dass für ihn beides zusammengehöre. Es gehe immerhin um nicht weniger als den Umbau der Realwirtschaft hin zu mehr Klimaschutz. Der Fonds investiere daher in Unternehmen, deren Geschäftsmodell auf die Begrenzung der Erderwärmung einzahle, sprich Produkte, Geschäftsstrategien oder Dienstleistungen, die helfen, Emissionen zu senken, die Erderwärmung zu reduzieren oder die Anpassung an die Klimafolgen zu unterstützen.

Angesprochen auf die Tatsache, dass der Fonds als Artikel‑8‑Produkt nach SFDR und nicht als Artikel‑9‑Fonds klassifiziert sei, erläutert Hünseler, dass eine Zertifizierung nach Artikel 9 zu einem anderen Chance‑Risiko‑Profil führen würde. Ein Fonds, der etwa einen sehr engen Pfad für Emissionsintensität oder Taxonomiequoten einhalten müsse, sei eingeschränkter und könne in Stressphasen deutlich volatiler sein. Deshalb nutze man im Sinne einer Core-Satellite-Strategie den Spielraum, aus einem breiten Klimawandel‑Universum ein robustes Kernprodukt zu schaffen statt einem Investment, das eher einem hoch spezialisierten Satelliten gleichen würde. (hh)


Einige ausgewählte Zitate aus dem Interview mit Christoph Keidel und Michael Hünseler haben wir in der Bilderstrecke oben für Sie zusammengetragen – einfach durchklicken. Das vollständige Gespräch findet sich in Ausgabe 1/2026 von FONDS professionell ab Seite 68. Angemeldete Nutzer können den Beitrag auch hier im E-Magazin lesen.