Krise eskaliert: Nächster Immofonds beschränkt Anteilsrücknahme
Die schwere Liquiditätskrise der offenen Immobilienfonds breitet sich weiter aus. Nun musste auch die Erste Immo KAG für einen Fonds das Gating aktivieren.
Was Marktkenner vermutet hatten, wurde nun bestätigt: Nach dem Real Invest Austria musste am Freitag (9.10.) auch der Erste Immobilienfonds der Erste Immo KAG erklären, dass ab sofort die Rücknahmeaufträge der Anleger nur eingeschränkt ausgeführt werden. "Grund für diese Maßnahme sind die zuletzt signifikant angestiegenen Rückflüsse, welche in einer seit Ende September verschärften, außergewöhnlichen Marktsituation begründet sind", heißt es in einem Brief an die Investoren.
Die Anteilsrückgaben werden abhängig von der Fondsliquidität, aus der sich eine "Ausführungsquote" ergibt, nur anteilig ausgezahlt. Die Verkaufsorder für den nicht ausgeführten Teil verfällt und wird gelöscht. Die Anteile, für die keine Rücknahme erfolgen kann, verbleiben auf dem Wertpapierdepot der Kunden.
Die Erste Immo will zur weiteren Liquiditätsstärkung zusätzliche Immobilienveräußerungen tätigen. Zur vorübergehenden Rücknahmebeschränkung erklärte das Unternehmen, dass diese Maßnahme der Gleichbehandlung aller Anleger diene und verhindern solle, dass Vermögenswerte des Fonds in besonderen Marktsituationen zu ungünstigen Preisen verkauft werden müssen. Ziel sei es, wieder eine vollständige Durchführung von Rückgabeorders zu ermöglichen. (ae)




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