Frauen zahlen für neue Kredite im Schnitt sieben Prozent mehr als Männer, das hat laut einem Bericht im "Spiegel“ eine Studie des Vergleichsportals Verivox ergeben. Darlehen kosten Frauen durchschnittlich 3,85 Prozent, während Männer im Mittel einen Zinssatz von nur 3,60 Prozent bekommen. Außerdem erhalten Frauen seltener Kreditzusagen. Banken geben bei 64 Prozent der Kreditanträge von Frauen grünes Licht, Männer erhalten in 71 Prozent der Fälle eine Zusage. Und auch hinsichtlich der Kredithöhe geraten Frauen ins Hintertreffen: Männer bekommen im Schnitt rund 18 Prozent mehr Geld. 

"Durch ihr oft geringeres Gehalt sind Frauen bei der Kreditaufnahme im Nachteil“, erklärt Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH, gegenüber dem "Spiegel“. "Für Banken zählen Sicherheit und Höhe des Einkommens zu den wichtigsten Kriterien bei der Prüfung der Kreditwürdigkeit.“ Der Lohn fällt bei den Verivox-Kundinnen im Schnitt 23 Prozent niedriger aus als bei Männern – das sind monatlich rund 600 Euro. Für die Studie hatte das Vergleichsportal 300.000 Ratenkreditanfragen ausgewertet, wie der "Spiegel“ berichtet.

Gemeinsames Darlehen schafft Abhilfe
Etwa 30 Prozent günstigere Zinsen gibt es für alle, wenn sie Kredite gemeinsam aufnehmen. Neben dem Lebenspartner können Bankkunden sich dafür auch mit nahen Freunden oder Verwandten zusammentun, so die Verivox-Experten laut "Spiegel“. Geht auf halber Strecke etwas schief, können die Kreditnehmer den Kredit trotzdem noch über eine Umschuldung trennen oder ihn – meist kostenpflichtig – vorzeitig ablösen. Bislang nutzen nur wenige Bankkunden diese Möglichkeit: Nur ein Viertel der Darlehen wird laut Verivox gemeinsam aufgenommen, unter verheirateten Kunden sind es 40 Prozent. (fp)