"Sofortkredit – Auszahlung in drei Minuten", "14.000 Euro binnen weniger Minuten am Konto". Wer aufgrund solcher Werbebotschaften das Gefühl hat, dass Konsumkredite gerade ziemlich en vogue sind, der täuscht sich nicht. Die Zahlen der Finanzmarktaufsicht (FMA) belegen, dass die Neuvergabe im Konsumkreditbereich, die sich in den vergangenen Jahren kaum bewegte, 2017 plötzlich um 10,7 Prozent gestiegen ist.

Bank um Bank steigt momentan in das höher verzinste Geschäft ein. Denn während die Institute für Wohnbaukredite kaum noch etwas verlangen können, sind im Konsumgeschäft die Zinsen noch saftig.


Die FMA betrachtet den Trend aus gutem Grund mit Skepsis: Der Anteil notleidender Kredite (NPL-Quote) ist enorm. Klicken Sie durch die Grafiken oben und lernen Sie den Konsumkreditsektor in Zahlen und Details kennen.


18,7 Milliarden Euro, das sind zwölf Prozent aller Ausleihungen an private Haushalte in Österreich, gehen in den Konsumbereich. Die Behörde fordert deshalb, dass sie den Banken im Kreditbereich künftig direkt Vorgaben machen und sie gegebenenfalls sanktionieren darf.

Bisher ist der Verbraucher nur individuell geschützt über das Verbraucherkreditgesetz (VKrG). Dieses unterliegt nicht der FMA. Ganz anders hingegen im Anlagebereich oder bei Versicherungsprodukten; da kann die FMA die Unternehmen überwachen und ihnen konkrete Vorgaben oder Verbote bis hin zum Produktverbot erteilen. "Wir wollen nicht darauf beschränkt sein, erst im Nachhinein eingreifen zu können, wenn bereits ein systemisches Risiko entstanden ist", so FMA-Vorstand Klaus Kumpfmüller. (eml)