Der Fondsanbieter iShares hat einen börsengehandelten Indexfonds (ETF) aufgelegt, der bei der Nachbildung der Benchmark auf Finanzderivate setzt. Die US-Gesellschaft hatte diese sogenannte synthetische Replikation bislang strikt abgelehnt. Der Grund waren Befürchtungen über Ausfallrisiken der Handelspartner bei den Finanztransaktionen. Blackrock-Chef Larry Fink hatte in der Vergangenheit mehrfach vor den Gefahren durch den Derivateeinsatz gewarnt.

Die Blackrock-Tochter hat nun jedoch den iShares S&P 500 Swap ETF (IE00BMTX1Y45) an den Börsen in Frankfurt und London sowie an der Euronext listen lassen. Bei diesem Typ liegen nicht die Wertpapiere des Index im Fonds, sondern die Produktanbieter schließen ein Swap-Geschäft ab, meist mit Investmentbanken. Der US-amerikanische ETF-Anbieter hatte bei Aktienfonds bislang ausschließlich auf die physische Replikation gesetzt. Lediglich einige Rohstoff-Barometer bildete der Blackrock-Ableger synthetisch nach.

Durchblick bei den Sicherheiten
Die Kehrtwende begründet der Fondsriese damit, dass sich heutzutage das "Ökosystem" in der Finanzindustrie fortentwickelt habe. "Es gab es einige Verbesserungen bei den Finanzprodukten, was die Transparenz über die hinterlegten Sicherheiten angeht", erläuterte Brett Pybus, Leiter der Investment- und Produktstrategie bei iShares, gegenüber der "Financial Times". Zudem gebe es bei Swaps nun eine Fülle an Gegenparteien. Durch solche Verbesserungen bei den Derivaten seien einige der Bedenken, die Blackrock in der Vergangenheit hegte, nun ausgeräumt. Es seien aber auch keine weiteren neuen Swap-Produkte geplant, teilt Blackrock laut "Finanical Times" mit. (ert)