Bereits seit dem vergangenen Jahr dürfen KMU und Selbstständige ihre nicht entnommenen Gewinne wieder in spezielle Paragraf-14-Investmentfonds investieren. Sobald der Jahresgewinn feststeht, können sie somit maximal 13 Prozent beziehungsweise bis zu 41.450 Euro "steuerfrei" stellen, sofern die Fonds vier Jahre lang im Anlagevermögen gehalten werden. Nach Inkrafttreten des Abgabenänderungsgesetzes 2014 waren für diesen Zweck drei Jahre lang nur der Kauf von Wohnbauanleihen beziehungsweise die Anschaffung von Investitionsgütern erlaubt.

Walter Larionows, Bereichsleiter B2B-Geschäft bei der Hello Bank, blickt zurück: "Nachdem das Geschäft mit den Wohnbauanleihen in den Jahren zuvor eher schwach war, haben wir ­Ende vergangenen Jahres wieder mehr Bewegung in diesem Bereich gesehen. Auch aktuell bemerken wir, dass das Interesse am Jahresendgeschäft mit dem Gewinnfreibetrag beziehungsweise den Paragraf-14-Fonds wieder deutlich gestiegen ist."

Volumen ermitteln
Im Vorfeld der Beratung sollten Vermögensberater jedoch die Höhe des zu investierenden Gewinnfreibetrags sowie die verschiedenen selbstständigen Einkunftsarten des Kunden ermitteln. Ersteres sollte der Steuerberater des Kunden liefern können, für die Ermittlung der Einkunftsarten kann der Gewinnfreibetrags-Rechner von C-Quadrat herangezogen werden. Dieser steht kostenlos unter gfb-rechner.arts.co.at zur Verfügung. Ist dies geschafft, gilt es für die Berater, den für die Kunden geeigneten Fonds zu identifizieren. Deutlich über 200 stehen dabei zur Auswahl bereit.

Die erste Entscheidung sollte sein, ob der Kunde lieber einen thesaurierenden oder einen ausschüttenden Fonds haben will. Der Vorteil des Thesaurierers liegt darin, dass man den Zinseszinseffekt besser nützen kann und nur beim Wertpapierverkauf nach vier Jahren eine Steuererklärung abgeben muss. Beim Ausschütter muss man bei jeder Ausschüttung kontrollieren, ob Substanzgewinne gemacht wurden, die es nachzuversteuern gilt. Für den Ausschütter spricht jedoch auch ein wesentlicher Punkt, den Gregor Nadlinger, Fondsmanager des Paragraf-14-Fonds Managed Profit Plus, so zusammenfasst: "Die jährlichen Ausschüttungen verbessern die Liquiditätssituation des Unternehmens." Nadlinger muss es wissen, zählt sein Fonds doch seit Jahren zu jenen mit der höchsten Ausschüttungsrendite unter den Paragraf-14-Fonds. 

Managed Profit Plus
Aktuell liegt diese beim Managed Profit Plus immerhin bei 7,05 Prozent. Deutlich dahinter liegt mit 4,03 Prozent der Global Emerging Markets Bond Fund. Insgesamt schaffen es derzeit nur drei Fonds, ihren Anlegern eine Ausschüttungsrendite zu bieten, die über der aktuellen österreichischen Inflationsrate von 2,91 Prozent liegt, letztes Jahr waren es noch zehn. Nadlinger warnt daher davor, sich bei der Produktauswahl auf die Fondsperformance der zurückliegenden Jahre zu verlassen, beinhaltet diese doch bei etlichen Fonds zumeist hohe Kursgewinne, die aus dem Rückgang des Zinsniveaus, speziell der letzten zehn Jahre, resultieren und aus der Tatsache, dass viele Paragraf-14-Investmentfonds hohe Bestände an Anleihen halten, die davon profitiert haben.

In Zukunft könnte es daher ratsam sein, in flexiblere oder zumindest anleihenorientierte Mischfonds zu investieren, um das Risiko eines Zinsanstiegs abzufedern. Nadlingers Managed Profit Plus darf zum Beispiel bis zu 70 Prozent in Aktien veranlagen und kann diese Quote zudem flexibel auf null senken. 

Schoellerbank Global Pension
Wer es doch lieber etwas anleihenlastiger mag, kann sich den Schoellerbank Global Pension Fonds näher ansehen. Der Dachfonds ist zu zirka 50 Prozent in Euro-Anleihenfonds veranlagt. Der Rest des Fondsvermögens wird vorwiegend in Aktienfonds mit internationaler Ausrichtung investiert, daneben können ­Euroland-Aktienfonds beigemischt werden.

Unter den Produkten mit der höchsten Ausschüttungsrendite findet sich der 248 Millionen Euro schwere Fonds derzeit auf Platz drei. Seit Start des Global Pension Fonds im Jahr 1998 musste er nur in vier Jahren Verluste hinnehmen. Die kumulierte Performance liegt seit damals bei 103,80 Prozent. Mit einer Performance von 5,60 Prozent per annum über fünf Jahre ist er derzeit Top-Performer in seiner Vergleichsgruppe. 

Kepler Vorsorge Mixfonds
Sucht man in der Kategorie Mischfonds anleihenorientiert nach dem Top-Performer über diesen Zeitraum, stößt man unweigerlich auf den Kepler Vorsorge Mixfonds. Über fünf Jahre liegt der von Rudolf Gattringer und Kurt Eichhorn gemanagte Fonds mit einer Performance von 7,18 Prozent im Jahr deutlich voran.

Der über 340 Millionen Euro schwere Fonds veranlagt mindestens 60 Prozent in Anleihen und Geldmarktinstrumente internationaler Emittenten, die in Euro begeben werden beziehungsweise in Euro abgesichert sind. Mindestens 30 Prozent werden in internationale Aktien investiert. 

Fondssuche
Bei der Suche nach den passenden §-14-Fonds hilft auch die Fondssuche von FONDS professionell ONLINE. In der Suchmaske einfach beim Punkt "Abfertigungsfonds: neu" auf "Ja" klicken und die Suche starten. Insgesamt finden sich hier über 200 Fonds inklusive aller Ausschüttungsklassen. In der Suchmaske selbst kann die Auswahl auf Fondskategorie, Ausschüttungsklasse und vieles mehr eingeschränkt werden. Danach können die Fonds nach Performanceergebnissen über verschiedene Zeiträume verglichen werden. (gp)


Einen ausführlichen Bericht zu den am Markt befindlichen Paragraf-14-Investmentfonds finden Sie in der kommenden Heftausgabe 04/2018 von FONDS professionell, die Ende November erscheint.