In der Aktiv-versus-passiv-Debatte werden oft jene Strategien vergessen, die zwar aktiv agieren, aber das mit nur geringer Abweichung von der Benchmark. Lukas Kamblevicius, Co-Head des Investment-Teams für Quantitative Equity Products (QEP) bei Schroders, hält gerade diese Low-Discretion-Strategien für interessant.

Indexnah, aber flexibel
Sie bieten ein breites Markt-Exposure, relativ niedrige Verwaltungsgebühren und eine geringere Volatilität. Gleichzeitig zeichnen sie sich durch die Flexibilität aus, agil zu sein und Chancen zu nutzen, die einem Index-Tracker entgehen würden. Das Ergebnis laut Schroders-Experte Kamblevicius: In den vergangenen zehn Jahren hätten sie auch solche Fonds, die ein höheres aktives Risiko eingehen, im Durchschnitt übertroffen.

Kamblevicius sagt: "Unserer Ansicht nach stehen die Eigenschaften von Aktienstrategien mit einem niedrigen aktiven Risiko mit den Zielen in Einklang, die Anleger für den Kern ihrer Portfolios verfolgen: besser vorhersehbare Renditen, geringere Risiken und weniger Volatilität bei geringeren Kosten." Er betrachtet Strategien mit niedrigem aktiven Risiko als Kern-Komponente im Rahmen eines Core-Satellite-Ansatzes.

Kombination bringt Mehrwert
Das solle nicht heißen, dass man Strategien mit höherem aktiven Risiko außer Acht lassen sollte. Viele von ihnen hätten in der Vergangenheit ebenfalls überdurchschnittliche Renditen erzielt und seien als Satelliten-Komponente nach wie vor wertvoll. Die Erfahrungen der vergangenen zehn Jahre zeigen laut Kamblevicius aber, dass es innerhalb dieser Kategorie umso entscheidender ist, die qualitativ hochwertigeren Strategien zu identifizieren. (jh)