Es gibt Tage, die verhaften sich im kollektiven Gedächtnis, weil sie eine Zeitenwende einläuten. Zu dieser Art von Tagen gehört aus globaler Sicht 9/11, also der Anschlag auf die Twin Towers. Aus europäischer Sicht ordnet Christos Sitounis, Portfoliomanager bei Mainfirst, den 24. Februar, also den Tag, an dem russische Truppen die Invasion der Ukraine starteten, als ebenso wichtig ein, "weil er, wie der Anschlag damals das Bewusstsein der USA änderte, das Bewusstsein Europas geändert hat", so Sitounis, der den Mainfirst Global Dividend Stars verwaltet.

Ein halbes Jahr nach Beginn des Krieges erscheint die Gemengelage aber nach wie vor verworren. In welchem Stadium der Krise mit all ihren Implikationen stecken wir? In welcher Phase befinden sich die Aktienmärkte?

Die jeweilige Antwort hängt natürlich vom jeweiligen Sektor, aber auch der Geografie ab. Während man in Europa laut Mainfirst bereits "eine Resignation eingepreist hat" (siehe Chart), bilden die US-Aktienmärkte bislang nur eine milde Rezession ab. Sollte sich die ökonomische Lage nicht verschlechtern, könnte man in einzelnen Segmenten also nach einem milden Abschwung einen Wendepunkt erleben.


© Mainfirst


Mainfirst-Portfoliomanager Christos Sitounis beim FONDS professionell Investmentforum...

Wie die Strategie des Fonds im Detail angelegt ist, wird Fondsmanager Christos Sitounis in seinem Vortrag "Inflation, Stagflation, Resignation: Widrige Märkte bieten attraktive Chancen für Dividendenjäger" im Rahmen des FONDS professionell Investmentforums vom 6. bis 13. September in Wien, Salzburg, Graz, Innsbruck und Linz aufzeigen. Hinweisen wird er nicht zuletzt auf die undifferenzierten Abverkäufe und Leitzinserhöhungen, die im ersten Moment für Rückenwind bei defensiven Sektoren sorgten. Vorsicht ist demnach geboten, da die Bewertungen defensiver Konzerne laut Sitounis bereits gestiegen sind und in Aussicht gestellte Dividenden aufgrund von Inflation und Kostendruck niedriger ausfallen könnten als erwartet, weshalb der Manager auf die zweite Reihe der Profiteure setzt – also Zykliker mit Preissetzungsmacht sowie klein- und mittelgroßkapitalisierte Nischenspezialisten.

... und die Probe aufs Exempel
Dass der Fondsmanager von Produkt und Strategie überzeugt ist, stellt zwar eine gute Nachricht dar, allzu überraschend ist es aber nicht. Um den Ansatz wirklich auf Herz und Nieren zu prüfen, werden im Anschluss an den Vortrag Investmentexperten wie Barbara Katzdobler von Matejka & Partner, Gerhard Schum von 3 Banken-Generali Investment oder Josef Falzberger von Kepler Fonds ihre – im Zweifel auch kritischen – Fragen stellen.