Emittenten können derzeit noch relativ frei ihre ausgegebenen Wertpapiere als "grün" anpreisen. Zum Leidwesen der Privatanleger und professionellen Investoren, denen es schwer fällt, im Dschungel grüner Möglichkeiten die Qualität der Angaben zu beurteilen. Entsprechend groß ist die Nachfrage, wenn es sich um neue Emissionen mit anerkannten Gütesiegeln handelt. Das zeigte sich unlängst bei der Hypo Niederösterreich (Hypo Noe). Diese platzierte einen Green Bond, der die als streng bekannten Vorgaben des Österreichischen Umweltzeichens für nachhaltige Finanzprodukte UZ-49 erfüllt.

Durch die Zertifizierung habe man komplett neue Investorengruppen ansprechen können, so Vorstand Wolfgang Viehauser. Der Anteil neuer Geldgeber mit rein nachhaltigem Fokus lag – für eine Debüt-Emission beachtlich – bei rund 30 Prozent. 134 Interessenten aus 18 Ländern hätten über eine Milliarde Euro für den 500 Millionen Euro großen Green Bond geboten. Mit 84 Prozent konnte ein hoher Anteil im Ausland platziert werden, wobei die Länder Deutschland (48 Prozent), gefolgt von Frankreich (elf Prozent), Großbritannien (acht Prozent) und Südeuropa (sieben Prozent) hervorstachen. Am stärksten griffen die Banken zu, die 47 Prozent zeichneten, vor Asset Managern mit 38 Prozent. Zwölf Prozent gingen an Versicherungen und drei Prozent an Zentralbanken.

Erster grüner Banken-Bond
Es handle sich um die erste grüne Anleihe einer österreichischen Bank, die das UZ-49-Siegel des Umweltministeriums trage, schreibt das Kreditinstitut in einer Aussendung. Mit dem Erlös sollen laut den Angaben Gebäude finanziert und refinanziert werden, die hinsichtlich der CO2-Effizienz in Österreich "zu den Top 15 Prozent zählen".

Die Senior-Preferred-Anleihe (XS2193956716) mit vier Jahren Laufzeit im Umfang von 500 Millionen Euro wurde mit einem Zinskupon von 0,375 Prozent und einer Reoffer-Rendite von 0,445 Prozent begeben. Das Papier trägt laut den Angaben ein erwartetes 'A' Rating von S&P Global. (eml)