Wenn die Marktgegebenheiten gut sind, will die EU noch diesen Oktober ihre erste grüne Anleihe ausgeben. Den Grundstein dafür hat am Montag die EU-Kommission gelegt. Sie hat den Rahmen für die Emission grüner Anleihen im Umfang von bis zu 250 Milliarden Euro genehmigt. Es handelt sich dabei um rund 30 Prozent des insgesamt bis zu 800 Milliarden Euro schweren EU-Coronabewältigungsfonds NextGenerationEU ("NGEU").

"Die Absicht der EU, bis Ende 2026 bis zu 250 Milliarden Euro an grünen Anleihen auszugeben, wird uns zum größten Emittenten grüner Anleihen der Welt machen", erklärt EU-Haushaltskommissar Johannes Hahn in einer Aussendung. Derzeit gilt die Europäische Investitionsbank (EIB) als die größte Emittentin mit zuletzt weit über 40 Milliarden Euro (Angaben Deutsche Bundesbank).

Staaten müssen Bericht erstatten
Im Rahmen des EU-Aufbauinstruments NGEU muss laut den Angaben jeder Mitgliedstaat mindestens 37 Prozent seines nationalen Aufbau- und Resilienzplans für klimarelevante Investitionen und Reformen aufwenden. Viele Mitgliedstaaten, darunter auch Österreich, würden beabsichtigen, diesen Mindestanteil zu überschreiten.

Die Mitgliedstaaten müssen der Kommission die von ihnen getätigten umweltbezogenen Ausgaben mitteilen. Die Kommission wiederum wird auf Basis dieser Informationen den Investoren Bericht erstatten. Vorrangig sollen saubere Energie, Energieeffizienz und sauberer Verkehr finanziert werden. (eml)