Auslandsvermögen ohne Repatriierungskonzept sind bekanntlich in Zeiten strenger Geldwäscheregeln eine schlechte Lösung. Dennoch gehen diesbezüglich manche offenbar ins volle Risiko. Eine tschechische Familie hatte Mitte August versucht, große Mengen an Gold und Silber über die Grenze von Liechtenstein durch Österreich nach Hause zu schmuggeln, wie nun bekannt wurde. Der Zoll in Feldkirch Wolfurt hielt das Firmenauto des Familienunternehmens zur Kontrolle an und fand laut Finanzministerium (BMF) eine Edelmetall-Ladung im Gegenwert von rund 700.000 Euro.

Es wurden mehrere Koffer mit 707 Barren Silber mit einem Gewicht von 662 Kilogramm gefunden. In der Handtasche der erwachsenen Tochter befanden sich 3,25 Kilogramm Gold, gestückelt in 74 Barren. An Bargeld führte die Familie 4.000 Euro mit. Laut BMF handelt es sich dabei um Schmuggel von Edelmetallen in die EU. Die Meldepflichten bei Gold und Geldmitteln seien deutlich verletzt worden. Allein die Einfuhrabgaben für das Silber belaufe sich auf 96.713,56 Euro.

Meldeschwelle bei 10.000 Euro
Reisende, die in die Europäische Union ein- oder aus ihr ausreisen und Geldmittel, Gold und andere Edelmetalle im Wert von 10.000 Euro oder mehr mit sich führen, müssen diesen Betrag bei den Zollbehörden anmelden, heißt es. Die Bekämpfung illegaler Geldbewegungen sei im Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung von wesentlicher Bedeutung, so Finanzminister Gernot Blümel.

Die Edelmetalle wurden beschlagnahmt und ein Finanzstrafverfahren gegen den Fahrzeuglenker eingeleitet. Ihn erwarte zusätzlich zur Entrichtung der Einfuhrabgaben "eine beträchtliche Geldstrafe". Sollte diese nicht bezahlt werden, werden die beschlagnahmten Edelmetalle zur Straftilgung herangezogen. Die Ermittlungen der Zollfahndung laufen. (eml)