Der Vermögensverwalter Goldman Sachs Asset Management (GSAM) verschmilzt zwei seiner einst prominentesten Fonds auf ein größeres Sondervermögen. Am 16. November geht das GS BRICs Equity Portfolio auf das GS Emerging Markets Equity Portfolio über, am 23. November folgt das GS N-11 Equity Portfolio. Das geht aus Anlegerinformationen hervor, die FONDS professionell ONLINE vorliegen.

Die Fonds beruhen auf Ideen des ehemaligen Goldman-Sachs-Chefvolkswirten Jim O'Neill, der von 2010 bis 2013 auch an der Spitze von Goldman Sachs Asset Management stand. Im Jahr 2001 verwendete er erstmals das Kürzel BRIC für die vier Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien und China, das daraufhin in unzähligen Fonds und Zertifikaten Karriere machte.

Next-11-Fonds war zeitweise gesperrt – wegen hoher Zuflüsse
Ende 2005 veröffentlichte der britische Starökonom dann die Liste der "Next 11", wie er elf weitere Wachstumsmärkte beschrieb: Ägypten, Bangladesch, Indonesien, Iran, Mexiko, Nigeria, Pakistan, die Philippinen, Südkorea, Türkei und Vietnam. Auch dieses Akronym machte als Anlagekonzept Karriere: Im Jahr 2013 musste GSAM den Next-11-Fonds wegen hoher Zuflüsse zeitweise für neue Anleger sperren (FONDS professionell ONLINE berichtete). Damals lagen mehr als 1,7 Milliarden US-Dollar in dem Sondervermögen.

Von solchen Summen sind die Fonds mittlerweile weit entfernt, auch weil die Performance zeitweise enttäuschte. Der BRIC-Fonds verwaltete zuletzt 92,2 Millionen, das Next-11-Portfolio 34,5 Millionen Dollar. Das aufnehmende GS Emerging Markets Equity Portfolio, das aktuell 3,4 Milliarden Dollar auf die Waage bringt, gehört über alle relevanten Vergleichszeiträume hinweg zu den besten global anlegenden Schwellenländeraktienfonds am Markt.

Laufende Kosten sinken spürbar
Goldman Sachs AM begründet den Abschied von den einstigen Vorzeigefonds im Wesentlichen mit zwei Argumenten. Zum einen geht der Asset Manager davon aus, dass die Kunden mit einem breiten Investment in die Schwellenländer besser bedient sind als mit einer Strategie, die auf einem Länder-Kürzel basiert: Die Flexibilität, über Länder, Sektoren und Marktkapitalisierungssegmente hinweg investieren zu können, biete die besten Chancen auf Outperformance.

Zum anderen argumentiert der Anbieter mit den Vorteilen, die ein größeres Portfolio mit Blick auf die Skaleneffekte biete. An einem Punkt wird sich das für die Anleger schon bald auszahlen: Die laufenden Kosten des breit investierenden Fonds liegen in allen Anteilsklassen spürbar unter denen der BRIC- und Next-11-Produkte.

Dank BRIC haben Anleger die Schwellenländer entdeckt
"Wir glauben, dass sowohl das BRIC- als auch das Next-11-Investmentthema eine Schlüsselrolle dabei gespielt haben, Anlegern die Bedeutung der Schwellenländer zu verdeutlichen", betont eine Goldman-Sachs-Sprecherin auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE. Das habe dazu beigetragen, dass viele Anleger zum ersten Mal Geld in Schwellenländer allokiert und somit ihre Portfolios breiter aufgestellt hätten.

Die BRIC- und Next-11-Länder würden, gemeinsam mit den anderen aufstrebenden Volkswirtschaften, auch in den kommenden Jahrzehnten das globale Wachstum treiben, so die Sprecherin. Dank der Weiterentwicklung der Anlageklasse der Schwellenländeraktien gebe es nun aber die Möglichkeit, Anlegern mit einer breit angelegten Emerging-Markets-Strategie bessere Lösungen anzubieten. (bm)