Fondssparpläne sollen auch kleinere Anleger anstoßen, ihr Geld am Kapitalmarkt zu investieren. Das bringt zwar mehr Risiko mit sich, aber immerhin die Chance, der Inflation zu entkommen. Vorausgesetzt natürlich, der Sparplan entwickelt sich gut – und die Kosten sind nicht zu hoch. Auf den drastischen Effekt, den die Gebühren haben können, machen die Arbeiterkammer Oberösterreich (AK OÖ) und die österreichische Bank ING, die sich im Werbeauftritt stark über Kosten definiert, aufmerksam.

Laut einer Gegenüberstellung der AK OÖ unter Anbietern im Bundesland betragen die Kosten bei einer angenommenen Einzahlung von 100 Euro monatlich nach fünf Jahren Laufzeit bei einem stichprobenartig ausgewählten Fonds zwischen 521 Euro (Sparkasse OÖ) und 678 Euro (Bawag PSK). Nach zehn Jahren ist der Kostenanteil auf 1.532 (Sparkasse OÖ) und 1.899 Euro (Volksbank OÖ) angelaufen. In einem Fall wären sogar über 14 Prozent jährliche Wertsteigerung nötig, damit die Kosten wieder hereinkommen, heißt es in einer Aussendung. 

Viele Gebühren, wenig Vergleichbarkeit
Eingerechnet wurden Kauf- und Verkaufspesen, Depotgebühren, Gebühren für das Verrechnungskonto, eventuelle Kosten für Kontoauszüge, so wie Managementgebühren (die im Fonds verrechnet werden und den Kurswert verringern).

Die AK zieht aus ihrer Analyse den Schluss, dass Spareinlagen um hunderte oder tausende Euro günstiger sein können. Allerdings ist zu bedenken, dass dabei eine Null-Prozent-Entwicklung angenommen wird – also, dass die Fondswerte nicht vom Fleck kommen. Dass die Beteiligung am Kapitalmarkt neben den Risiken auch Chancen bietet, wird nicht erwähnt.

Richtig ist jedenfalls der Hinweis, dass die Kosten ein erheblicher Faktor für die endgültige Rendite sind. Zum Beispiel können Vergünstigungen und Aktionen erhebliche Unterschiede machen. So biete die Sparkasse OÖ etwa in den ersten drei Jahren eine kostenlose Depotführung an, heißt es bei der AK OÖ. Anzufügen wäre auch noch, dass Ausgabeaufschläge verhandelt werden können. Außerdem gibt es immer wieder Aktionen bei Brokern, wo die Agios rabattiert werden.

Auch bei der Direktbank ING, die sich als günstige Alternative zu traditionellen Anbietern positioniert, werden die Kosten anlässlich des Weltspartags wieder in die Marketing-Waagschale geworfen. Kostenlose Depots für Investmentfonds seien nach wie vor die Ausnahme, argumentiert man zu eigenen Gunsten. In der Aussendung spricht die Bank aber einen für den Anleger-Alltag wichtigen Punkt an. "Viele Sparer tun sich mit dem Einstieg in die Welt der Fonds schwer. Ein Grund ist sicher auch die Angst vor versteckten Kosten", kritisiert die ING. (eml)