Die Fondsgesellschaft Franklin Templeton lanciert einen Fonds, der über fünf Jahre in Anleihen investiert und dabei Kriterien der guten Unternehmensführung sowie ethische und ökologische Aspekte (ESG) beachtet. Der Franklin Green Target Income 2024 strebt zudem regelmäßige Ausschüttungen an. Damit will der US-Anbieter an den Vertriebserfolg eines ähnlichen Vehikels anknüpfen. In den Vorgänger, den Franklin Target Income 2024, hatten Anleger mehr als 500 Millionen Euro gesteckt.

Neu beim Franklin Green Target Income 2024 ist der "grüne" Fokus. "Im Mittelpunkt steht das Engagement bei Unternehmen und auch Staaten", erläutert Fondsmanager David Zahn die Herangehensweise. "Dies entspringt unserem Auftrag als Treuhänder der Anlegerinteressen." Dabei setze der Fonds zwei Schwerpunkte. "Der erste ist die Wasserknappheit, der zweite der Übergang zu einer klimafreundlicheren Wirtschaft", sagt Zahn im Gespräch mit FONDS professionell ONILINE.

Rat gesucht
Das Team um Zahn sucht im Zuge des Investmentprozesses Papiere von jenen Unternehmen oder Staaten heraus, die sich den Prinzipien des nachhaltigen Wirtschaftens verschreiben möchten, hierbei aber noch Aufbauarbeit vor sich haben. "Während größere Unternehmen bereits das Thema ESG aufgegriffen haben, stehen die kleineren oft noch am Anfang", berichtet Zahn. "Viele zeigen hier jedoch Interesse und suchen mitunter auch unsere Einschätzung und unseren Rat."

Der Fonds, dessen Zeichnungsfrist bis November läuft, kann bis zu 70 Prozent in Hochzinsanleihen investieren. Zu erheblichen Teilen dürfte das Vermögen in Firmenbonds fließen. Zahn und sein Team suchen vorwiegend Papiere, die zum Laufzeitende des Fonds im Jahr 2024 fällig werden und ausschließlich in Euro ausgegeben sind. Ziel ist, die Bonds auch bis zu ihrer Fälligkeit zu halten. Damit seien Zinsänderungs- ebenso wie Währungsrisiken weitgehend ausgeschlossen. Lediglich das Risiko eines Zahlungsausfalls besteht. Dieses will Zahn durch eine eingehende Kreditanalyse umschiffen.

Ganzheitlicher Ansatz
Die Bewertung nach ESG-Kriterien ist in den Investmentprozess integriert, erläutert der Rentenexperte weiter. "Unsere Unternehmens- oder Länderanalysten fragen auch ESG-Kriterien ab. Dies liefert einen gesamtheitlichen Blick", so Zahn. "Die Emittenten begrüßen diesen integrierten Ansatz, da sie nur einen Ansprechpartner in allen Fragen haben." Das Team richte dabei den Blick auf Risiken, die den Unternehmen oder Staaten aus Nachhaltigkeitssicht erwachsen könnten.

Unternehmen, die in Geschäfte mit Streubomben, Antipersonenminen, chemischen, biologischen und Atomwaffen, Tabak, Glücksspiel sowie Pornographie verstrickt sind, klammert der Fondslenker von vorneherein aus. In anderen Feldern will Zahn aber nicht allein auf Ausschlüsse setzen. Dann bestehe keine Chance mehr, bei den Unternehmen auf ein besseres Verhalten zu drängen, so die Argumentation.

Größere Wirkung, höhere Rendite
Zahn setzt vielmehr auf die Wirkung des Dialogs mit den Unternehmen, was eine Verbesserung der Nachhaltigkeit angeht. "Es ist wichtig, den Austausch und die Diskussion am Leben zu halten", meint der Investmentprofi. "Wir betreiben kein 'Impact-Investing'. Dennoch würden wir durchaus eine Anleihe verkaufen, wenn problematische Faktoren auftauchen."

Bei einem Best-in-Class-Ansatz wiederum, wie er von vielen ESG-Investoren verfolgt wird, beobachtet Zahn wiederum einen Nachteil: Viele dieser Unternehmen böten keinen Renditevorteil mehr. "Wenn Sie in ein Unternehmen investieren, das zwar bei der Nachhaltigkeit mit Problemen ringt, aber diese lösen möchte, dann ernten Sie einen Renditeaufschlag und erzielen zudem eine größere Wirkung bei der Wende zum nachhaltigen Wirtschaften", argumentiert der Fondsmanager. (ert)