Es klingt schon ziemlich vollmundig, wenn Frank Thelen, bisher bekannt als Start-up-Investor und früherer "Höhle der Löwen"-Juror, warum er zum Initiator eines neuen Publikumsfonds geworden ist und was er damit vorhat. Im Gespräch über den Fonds mit dem etwas kryptischen Namen 10xDNA Disruptive Technologies fühlt man sich zeitweise glatt zurückversetzt in die Zeit des "Neuen Marktes" Ende der neunziger Jahre. Einen Tausendsassa wie Thelen, der sich als "Teil einer neuen Fondswelt" sieht, ficht das jedoch nicht an, wie er im Gespräch mit FONDS professionell erklärt.

Auch nicht, dass sein Fonds wohl kaum zu einem Renner im Vertrieb über freie Berater werden wird. Schon allein, weil aus dem Fonds keine Bestandsprovision an freie Finanzdienstleister gezahlt wird, wie Thelen im Interview erklärt. Den größten Teil der vereinnahmten Verwaltungsvergütung benötige seine Gesellschaft zur Finanzierung des eigenen Expertenteams. Man zahle zwar eine Gebühr für die technische Anbindung des Fonds an Banken und Fondsplattformen, aber eine darüber hinausgehende Bestandsprovision gehe nur an die festen Vertriebspartner wie Comdirect oder Flatex.

Volumen-Träume
Mancher Beobachter fürchtet, dem Thelen-Fonds könne es ähnlich ergehen wie anderen Promi-Produkten, etwa dem Zukunftsfonds von Kai Diekmann und Lenny Fischer. Das Duo war vor rund drei Jahren angetreten, nach kurzer Zeit ein Volumen von einer Milliarde Euro erreichen zu wollen. Bisher sind es gerade gut 26 Millionen Euro.

Dass seinem Produkt eine ähnliche Entwicklung drohen könnte, darum macht sich Thelen keine großen Sorgen. Er werde zum einen selbst mindestens 50 Prozent seines liquiden Vermögens in den Fonds investieren. Außerdem verfüge er schon jetzt über Zusagen, von Partnern, Freunden und Startup-Investoren. Daher gehe er davon aus, dass sein Fonds schon in wenigen Wochen ein Volumen von über hundert Millionen Euro verwalten werde. (hh)