Bei Investments in chinesische Inlandsaktien ("A-Shares") zahlt es sich aus, auf aktiv verwaltete Fonds zu setzen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des International Advisory Board for Fund Selection (IAB), einem internationalen Zusammenschluss von Fondsselektoren und Finanzwissenschaftlern.

Auf Sicht von zehn Jahren würden rund 70 Prozent der Fondsmanager ihren Vergleichsindex schlagen, heißt es in einer Pressemitteilung des IAB. Betrachte man nur die vergangenen drei bis fünf Jahre, falle diese Quote zwar Richtung 60 Prozent, sie liege aber dennoch signifikant höher als in anderen Märkten. Dieses Ergebnis passe zu der Beobachtung, dass die chinesischen Aktienmärkte lange Zeit relativ ineffizient waren, die Professionalität mit der Zeit aber zugenommen habe. Portfoliomanagern fällt es also auch in der Volksrepublik immer schwerer, einen Mehrwert gegenüber einem reinen Indexinvestment zu liefern – aber es gelingt ihnen nach wie vor.

Weitere Daten stützen die These
Das IAB verweist auch auf eine Studie, die der Hongkonger Asset Manager Value Partners und das britische Beratungshaus Oxford Metrica im vergangenen Jahr vorgelegt haben. Auch dieser Analyse zufolge böten sich aktiven Portfoliomanagern insbesondere bei chinesischen A-Aktien große Outperformance-Möglichkeiten, berichten die Fondsselektoren.

"Es zeichnet sich immer klarer ab, dass die größte Chance auf eine verbesserte Rendite aus aktivem statt passivem Management in China zu liegen scheint", lässt sich IAB-Chefin Guendalina Bolis, im Hauptberuf Geschäftsführerin der spanischen Fondsgesellschaft Inversis Gestion, in der Pressemitteilung zitieren.

Ortskenntnis macht sich bezahlt
Das IAB hat auch untersucht, wie die lokal in China ansässigen Portfoliomanager im Vergleich zu ihren internationalen Wettbewerbern abschneiden, die ihre Investments in chinesische A-Aktien aus dem Ausland steuern. Offensichtlich zahlt sich die "Ortskenntnis" aus: Sechs von zehn Top-Performer-Fonds stammen von chinesischen Asset Managern, aber nur acht der besten 20 Produkte. "Chinesische Fondsmanager wissen ihre Kenntnisse der lokalen Gegebenheiten zu nutzen", meint Bolis. (bm)