Der Gesundheitsbereich mit den Sparten "Pharma" und "Biotech" zählte viele Jahre lang zu den Top-Performern, wenn man die Aktienwelt durch die Branchen-Brille betrachtet. Dieser langjährige Höhenflug, der etwa Anfang 2013 begann, endete Anfang 2021 mit einer kräftigen Korrektur. Danach bewegte sich dieser Markt bis Mitte 2025 – mit beträchtlichen Ausschlägen – seitwärts, seither geht es wieder bergauf. Nach einer neuerlichen Seitwärtsbewegung seit Ende 2025 kam es im Juni zu einem neuen Ausbruch über alte historische Höchststände. 

Marktberichte machen dafür eine Politikänderung in der US-Behörde FDA, die für die Zulassung von Medikamenten verantwortlich ist, ausfindig. Die FDA soll demnach die Zulassung von neuen Medikamenten flexibler und vor allem schneller abwickeln, was das Risiko für Pharma- und insbesondere für Biotech-Unternehmen senkt, nach jahrelanger Entwicklung keine Marktzulassung zu erhalten.  

Profitiert hat der Sektor zudem von der zunehmenden Verunsicherung der Anleger, was den Technologie-Bereich betrifft, glaubt man US-Marktberichten, sind die Anstiege im Gesundheitsbereich auch auf eine beginnende Sektor-Rotation zurückzuführen. Vor allem große Pharma-Werte gelten als vergleichsweise konservative Investments, aufgrund der längerfristigen Schwächephase waren sie zuletzt vergleichsweise günstig bewertet. Ob dieser Trend anhaltend sein wird, muss sich zeigen, das Aufholpotenzial des Bereichs ist aber beträchtlich: Im Zehn-Jahres-Rückblick zählen die Fonds, die sich auf den Pharma-Bereich konzentrieren, mit einem durchschnittlichen Plus von weniger als 60 Prozent bereits zu den zehn "schlechtesten" Fondskategorien.

Monatsverlierer
Nach den historischen Höchstkursen, die Anfang dieses Jahres erreicht wurden, befinden sich die Sparten "Edelmetalle" und "Rohstoffe divers" weiterhin in einer kräftigen Korrekturphase. Gold- und Silber-Fonds verloren im Juni weitere 15 Prozent an Wert, breiter aufgestellte Rohstoff-Fonds wurden fast zehn Prozent billiger. Im Edelmetall-Bereich wurde dies zuletzt primär mit der Aussicht steigender US-Zinsen erklärt. Höhere Anleihezinsen machen Edelmetalle weniger attraktiv. Inhaber entsprechender Fonds können sich jedoch damit trösten, dass sie – im Durchschnitt der 32 erfassten Fonds – im Ein-Jahres-Rückblick auch nach dem "Crash" immer noch mehr als 50 Prozent im Plus sind. 

Ebenfalls am unteren Ende des Monats-Rankings findet man die Sparten "Energie" und "Neue Energien", hier sorgte das Ende des Iran-Kriegs für deutliche Rückgänge bei den Rohölpreisen, was den gesamten Sektor mit sich zog. Wer die gut argumentierbare Meinung teilt, dass Energie in den kommenden Jahren ein Schlüsselthema bleiben wird, hätte nun die Chance, diese Branche neu oder höher zu gewichten.

Ruhiger Monat
Sieht man von den "Ausreißern" "Biotech" und "Edelmetalle" ab, verlief der Juni für Fondsinhaber eher ruhig. Im Durchschnitt über alle Kategorien lag der Wertzuwachs bei 0,48 Prozent. (gf)


Über das FONDS professionell Fondsbarometer
FONDS professionell bringt seit Juli 2014 monatlich das FONDS professionell Fondsbarometer – eine Performanceübersicht der Mountain-View-Aktienfondsindizes gereiht nach ihrer Monatsperformance. Daraus wird ersichtlich, welche Fonds gerade "Rückenwind" haben und welche unter Kursverlusten leiden. Damit daraus eine brauchbare Information wird, zeigt die Darstellung auch, wie diese Fondskategorien (Länder, Regionen, Branchen und Themen) über andere Zeiträume abgeschnitten haben – drei Monate, sechs Monate, ein Jahr, drei Jahre sowie über fünf und zehn Jahre. Die jeweils zehn stärksten und zehn schwächsten Ergebnisse sind farblich hervorgehoben.
Das nächste Fondsbarometer erscheint Anfang August 2026.