Fondsbarometer: 43 Prozent Monatsgewinn mit Taiwan-Fonds
Der April bescherte Aktienfonds beträchtliche Anstiege, wobei einige asiatische Regionenfonds spektakuläre Wertzuwächse sahen, wie das aktuelle FONDS professionell Fondsbarometer zeigt.
Dass man mit linearen Schlussfolgerungen à la "Krieg in Nahost – gestörte Energieversorgung – Aktienbörsen müssten fallen, Gold müsste steigen" nicht weit kommt, hat uns der April 2026 einmal mehr eindrucksvoll bewiesen. Das Bangen und Hoffen, dass es zwischen dem Iran, Israel und den USA doch noch zu einer friedlichen Lösung kommen könnte, bescherte Investoren ein selten gesehenes Wechselbad der Gefühle. Regelmäßige Leser des Fondsbarometers erinnern sich möglicherweise noch an den Anfang April verfassten Bericht, in dem wir darauf hinwiesen, dass kriegsbedingte Börseneinbrüche historisch meist kurzfristiger Natur sind. Wir schrieben: "Im Durchschnitt fiel der S&P 500 bei militärischen Interventionen um etwa 6,0 Prozent. In 19 von 20 Fällen erreichten die Indizes bereits nach durchschnittlich 28 Tagen wieder ihr Vorkriegsniveau." Tatsächlich fiel der S&P 500 von fast exakt 7.000 Punkten um 9,8 Prozent auf 6.317 Zähler, Anfang Mai erreichte er mit 7.272 Zählern einen neuen historischen Höchstwert.
Zweistellige Wertzuwächse
Umso interessanter ist das Endergebnis dieses volatilen Monats für Aktienfondsbesitzer: Wie die Datenauswertung des Fondsanalysehauses Mountain-View zeigt, stiegen die 50 beobachteten Fondskategorien im Durchschnitt um 7,7 Prozent, Minuszeichen findet man nur vor den Gruppen "Gesundheit/Pharma", "Edelmetalle" und "Agrikultur". Bei acht Regionen- beziehungsweise Themenkategorien waren die Wertzuwächse sogar zweistellig. Geradezu unglaublich fielen die Monatsgewinne bei Taiwan- und Korea-Fonds aus, erstere legten fast 43 Prozent zu, Korea fast 33 Prozent. Auch Anleger, die in breiter diversifizierte Asienfonds mit und ohne Japan investiert sind, profitierten hier deutlich mit.
Auf Branchenebene waren es die Bereiche Technologie (144 Fonds, +18,2%) sowie Neue Energien (31 Fonds, +12,26%), die den April am besten hinter sich brachten. Das IT-Segment profitiert weiterhin von den Entwicklungen respektive den Erwartungen im KI-Bereich. Auch hier schwankt die Marktstimmung zwischen Angst vor einer Blase und der Sorge, an den möglichen Rationalisierungsgewinnen nicht teilzuhaben, man darf davon ausgehen, dass sich an dieser Volatilität auch in den nächsten Monaten wenig ändert. Dass alternative Energie zuletzt verstärkt nachgefragt war, überrascht angesichts der Entwicklung in Nahost natürlich nicht. Das Thema Energie beziehungsweise Energieversorgung wird uns nicht zuletzt aufgrund des Energiehungers der für KI benötigten Rechenzentren bis auf Weiteres begleiten.
Goldfonds bleiben schwach
Für die erfolgsverwöhnten Anleger, die im Edelmetallsegment engagiert sind, dauert die seit Ende Januar anhaltende Geduldsprobe weiter an, auf Jahressicht liegen sie im Durchschnitt mit ihren Fonds aber immer noch fast 90 Prozent im Plus. Agrikultur-Fonds, im März als einzige Fondsgruppe im Plus, stellten im April das Schlusslicht des Fondsbarometers dar. Der von manchen Beobachtern erwartete Aufschwung dieser Anlageklasse, die von höheren Inflationsraten profitieren sollte, setzte bisher also nicht ein. (gf)
Über das FONDS professionell Fondsbarometer
FONDS professionell bringt seit Juli 2014 monatlich das FONDS professionell Fondsbarometer – eine Performanceübersicht der Mountain-View-Aktienfondsindizes gereiht nach ihrer Monatsperformance. Daraus wird ersichtlich, welche Fonds gerade "Rückenwind" haben und welche unter Kursverlusten leiden. Damit daraus eine brauchbare Information wird, zeigt die Darstellung auch, wie diese Fondskategorien (Länder, Regionen, Branchen und Themen) über andere Zeiträume abgeschnitten haben – drei Monate, sechs Monate, ein Jahr, drei Jahre sowie über fünf und zehn Jahre. Die jeweils zehn stärksten und zehn schwächsten Ergebnisse sind farblich hervorgehoben.
Das nächste Fondsbarometer erscheint Anfang Juni 2026.















