Die Veranlagungsperformance der unterschiedlichen Produkte im Bereich der "Prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge" (PZV) auf das Gesamtkapital – also kumulierte Kundenprämien plus staatliche Prämien – war vor Kosten 2015 mit 5,9 Prozent klar positiv. Nach Kosten ist der Ertrag der einzelnen Produkte jedoch sehr heterogen: Knapp mehr als die Hälfte schließen sogar negativ ab. Dies zeigt eine Vergleichsrechnung der Finanzmarktaufsicht FMA über den 10-jährigen Zeitraum zwischen 2006 und 2015 mit monatlichen Einzahlungen von 100 Euro und einem eingezahlten Gesamtbetrag inklusive staatlicher Prämie von 12.801 Euro.

Von 33 in dieser gesamten Periode verfügbaren Produkten erzielten weniger als die Hälfte positive Erträge (Mittel 466 Euro), während 18 Produkte eine negative Entwicklung nach Kosten zu verzeichnen hatten (Mittel -721 Euro). Der Grund dafür liegt hauptsächlich in der sehr unterschiedlichen Kostenstruktur der einzelnen Produkte, insbesondere in der Darstellung der gesetzlich geforderten Garantie auf das eingezahlte Kapital.

Die Kapitalgarantie wird entweder durch Derivate (24,3%), externe Garantiegeber (31,2%), interne Modelle (24,9%) oder Mischformen davon (19,6%) dargestellt. Die Zahl der Verträge, bei denen die ertragswirksame Aktienquote unter ein Prozent gedrückt werden musste, um zumindest das eingezahlte Kapital garantiert wieder auszahlen zu können, lag Ende 2015 bei 36.108 oder 2,4 Prozent aller aufrechten Verträge. 2014 waren dies noch 97.302 Verträge oder 6,1 Prozent.  Das Problem dieser sogenannten "ausgestoppten Verträge" betrifft insbesondere die KAGs, bei denen der Anteil 16,6 Prozent beträgt, während es bei Versicherungsunternehmen nur knapp zwei Prozent der Verträge trifft.

Um insgesamt mehr Transparenz in die sehr heterogenen Kostenstrukturen der einzelnen Anbieter zu bringen, hat die FMA mit 01.01.2016 die Informationspflichten in der Lebensversicherung verschärft und die Verwendung einer einheitlichen Tabelle für
die Kostenoffenlegung verordnet. Die Konsolidierung auf dem Markt der prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge wird sich laut FMA sehr wahrscheinlich auch in den kommenden Jahren fortsetzen. Die PZV wird dabei aber immer stärker tatsächlich zum langfristigen Aufbau einer Altersversicherung verwendet und weniger als staatlich geförderte Spar- und Anlageform. Verträge mit Laufzeiten bis 15 Jahre gehen massiv zurück, Verträge mit Laufzeiten von 25 Jahren und mehr machen bereits 70 Prozent aller aus. Knapp mehr als ein Viertel der Verträge laufen sogar länger als 45 Jahre.

Zahl der Verträge rückläufig
Die Zahl der Verträge der "Prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge" (PZV) war 2015 das dritte Jahr in Folge rückläufig, dies berichtet die Finanzmarktaufsicht (FMA) in einer aktuellen Aussendung. Der Bestand sank um 5,4 Prozent auf 1.505.623 Verträge zum Jahresultimo. Dabei ging der Bestand bei den Versicherungsunternehmen um 4,5 Prozent zurück, bei den Kapitalanlagegesellschaften (KAG) gar um 23,3 Prozent.

Der starke Rückgang bei den KAGs liegt darin begründet, dass diese sich aus diesem Produkt zurückziehen, seit 2010 kein Neugeschäft mehr machen und die bestehenden Verträge bei einer Laufzeit von ausschließlich zehn Jahren nun überwiegend auslaufen. Auch die abgegrenzten Prämien beziehungsweise Nettoeinzahlungen gaben im Jahresvergleich um fünf Prozent auf 975 Millionen Euro nach.

Bei den Versicherungen war das Prämienvolumen um 4,4 Prozent auf 940 Millionen Euro rückläufig, bei den KAGs um 20 Prozent auf 35,9 Millionen Euro. Die durchschnittlichen jährlichen Einzahlungen pro Vertrag haben sich in den vergangenen drei Jahren bei 640 Euro stabilisiert. Die Nettozuflüsse ließen das in der PZV verwaltete Vermögen 2015 um 1,3 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro steigen. 2014 hat die Steigerung noch 4,3 Prozent betragen. Bei den KAGs gingen die Vermögenswerte um 32 Prozent auf 364 Millionen Euro (2014: 534 Mio. Euro) zurück, bei den Versicherern stiegen sie um 3,6 Prozent auf 7,8 Milliarden Euro (2014: 7,5 Mrd. Euro).

Staatliche Förderung sinkt ebenfalls
Die staatliche Förderung betrug in den vergangenen vier Jahren 4,25 Prozent der eingezahlten Prämie. 2010 betrug sie noch neun Prozent 2011 8,5 Prozent. Die höchstmögliche prämienbegünstigte Einzahlung ist von 2.495,12 Euro (2014) auf mittlerweile 2.561,22 Euro (2015) gestiegen. Die höchstmögliche staatliche Prämie für 2016 liegt mit 113,77 Euro erneut über dem Vorjahreswert (108,85 Euro) aber deutlich unter dem Höchstwert 2009 von 210,35 Euro. (gp)