Eigentlich läuft es für Flossbach von Storch (FvS) zurzeit mehr als rund: Die Investmentboutique wurde von Morningstar just wiederholt zur besten Fondsgesellschaft Europas gekürt. In der jüngsten Fondsbewertungsrunde bei Scope gab es nun aber einen Dämpfer für die Kölner. Eines ihrer Flaggschiffe, der Flossbach von Storch Multi Asset Defensive, musste sein Top-Rating hergeben. Statt wie seit März mit der Bestnote A ist der defensive Mischfonds jetzt nur noch mit der zweitbesten Note B bewertet. 

Grund für die Herabstufung ist die vergleichsweise schwache Wertentwicklung seit Jahresbeginn. Global investierende, defensive Mischfonds haben seitdem im Schnitt 2,7 Prozent an Wert verloren – das Flossbach-Portfolio gab dagegen um rund 3,7 Prozent nach und schnitt damit klar unterdurchschnittlich ab. "Während die Performance in den ersten Monaten des laufenden Jahres mit der Peergroup mithalten konnte, fiel der Fonds im September und Oktober deutlich zurück", sagt Scope-Analystin Barbara Claus. Ende Oktober, als die Märkte erneut wegsackten, hatte das Flossbach-Portfolio mit rund 32 Prozent eine relativ hohe Aktienquote. Zu allem Überfluss hatten die Fondsmanager die Pandemie-Gewinnerbranchen wie Tech-Titel und Gesundheitswerte untergewichtet.

Geteiltes Bild bei Dividendenstrategien
Insgesamt stufte Scope Ende Oktober 320 Fonds herab, 261 Produkte bekamen eine bessere Note. Damit gab es deutlich mehr Down- als Upgrades. Mit dem DWS Top Dividende erwischte es ein weiteres Dickschiff: Der Fonds rutschte von C auf D ab. Mit dem Pimco Emerging Markets Bond verlor ein weiteres Milliardenportfolio die Bestnote und wird von Scope neuerdings mit B bewertet. Ebenfalls unter den Verlierern: Der defensive Mischfonds Raiffeisenfonds-Sicherheit und der ESG-Aktienfonds Allianz Global Sustinability (beide C statt B).

Die zehn größten Fonds mit einem Downgrade im November

Die Turbulenzen der vergangenen Wochen und Monate haben im von Scope beobachteten Fondsuniversum einiges durcheinandergewirbelt. Eine Dividendenstrategie von Blackrock konnte sich in dieser Gemengelage, anders als das DWS-Flaggschiff, gut schlagen: Der BGF Systematic Global Equity High Income erreichte nach mehr als fünf Jahren im unteren und mittleren Rating-Bereich zum ersten Mal ein Top-Rating von B. "Das ist insbesondere dem konservativen Profil des Fonds geschuldet, der auf laufende Erträge aus Dividenden und Optionsprämien setzt", erklärt Analystin Claus. "Der Verkauf von Call-Optionen begrenzt die Partizipation an steigenden Aktienmärkten im Vergleich mit den Mitbewerbern, sorgt jedoch gleichzeitig für einen zusätzlichen Kapitalpuffer in Abwärtsmärkten."

Seit Jahresbeginn verlor der Blackrock-Fonds mit 7,6 Prozent Minus nur halb so viel wie die Vergleichsgruppe. "Auch auf mittel- und langfristige Sicht liegt er deutlich vor der Peergroup bei gleichzeitig unterdurchschnittlichen Risikokennzahlen", sagt Claus. Insgesamt litten zuletzt viele Dividendenfonds unter dem für ihre Gattung typischen Untergewicht in Wachstumsaktien.

Die zehn größten Fonds mit einem Upgrade im November

Niedrige Kosten überzeugen Analysten
Ein weiterer Gewinner der jüngsten Neubewertungsrunde ist der Absolute-Return-Fonds Insight Broad Opportunities, aufgelegt von Insight Investment Management. Er kann sich seit diesem Monat mit der Spitzennote A schmücken. Er investiert mit einem flexiblen Top-Down-Ansatz in Aktien und Anleihen sowie in andere Absolute-Return-Strategien. Sowohl mittel- als auch langfristig hielt er sich mit seiner defensiven Strategie besser als die Konkurrenz. "Ein Positivpunkt sind die niedrigen laufenden Kosten von 0,71 Prozent ohne zusätzliche Performancegebühr", hebt Claus hervor.

Ein Upgrade bekamen unter anderem auch der konservative Mischfonds M&G Optimal Income (B statt C), der nachhaltige Aktienfonds NN Global Sustainable Equity (A statt B) sowie das Wandelanleihenportfolio JPM Global Convertibles von J.P. Morgan Asset Management (B statt C). (fp)


Zur Ratingmethodik: Das Scope-Fondsrating bewertet die Qualität eines Fonds innerhalb seiner Vergleichsgruppe. Das Rating reflektiert unter anderem die langfristige Ertragskraft und die Stabilität der Fondsperformance sowie das Timing- und das Verlustrisiko. Das System umfasst fünf Ratingstufen – von A bis E. Als Top-Rating gelten A- und B-Ratings. In Summe hat Scope aktuell 6.143 Produkte unter die Lupe genommen.