Gut betuchte Investoren interessieren sich aus zwei Gründen für Veranlagungen in Bauherrenmodellen: Einerseits investieren sie direkt in Immobilien und andererseits erzielen sie damit erhebliche Steuervorteile. Diese sind mitunter so gewichtig, dass die Qualität des Investments ins Hintertreffen gerät.

Dabei profitieren die Initiatoren und Anbieter davon, dass Bauherrenmodelle in der Regel nicht öffentlich abgehandelt werden. Ein kritischer Diskurs über die Stellschrauben in Prognosen und Kalkulationen eines Investments findet so gut wie nicht statt. Hinter den versprochenen Renditen stehen viele Fragezeichen.

Mit Immobilienprojekten intensiv beschäftigen
"Man kann erkennen, wenn die Kalkulationen nicht vollständig und transparent sind, und bei den Berechnungen optimistische Annahmen durch zu hohe Mietansätze oder zu geringe Bewirtschaftungskosten getroffen wurden", sagt Wolfgang Stabauer. Er ist Geschäftsfrührer der Vertriebsgesellschaft Öko-Wohnbau, die auf den Verkauf von Bauherrenmodellen und Vorsorgewohnungen spezialisiert ist. Im Gespräch mit FONDS professionell fordert der Vertriebsprofi die Vermögensberater auf, sich intensiv mit den Immobilienprojekten zu beschäftigen. Bei geförderten Immobilien gibt es anfänglich vergleichweise wenig Spielraum. Ob sich das Investment rentiert, stellt sich meist erst nach Ablauf des Förderzeitraums heraus.

Um Überraschungen zu vermeiden, sollte Anlageberater im Vorfeld prüfen, ob ein Projekt verünftig aufgesetzt ist. Viele Berater seien vorsichtiger geworden, weil sie die Stellschrauben der Kalkulation zumindest ansatzweise kennen, bestätigt Stabauer. Daher konsultieren sie häufiger auch externe Partner wie Steuerberater und Juristen, um Angebote in der Tiefe zur prüfen. (ae)


Das Interview mit Wolfgang Stabauer finden Sie in der neuen Heftausgabe 3/2019 von FONDS professionell. Angemeldete KLUB-Mitglieder können den Artikel auch hier im E-Magazin lesen.