Gut vier Jahre ist es her, dass sich Fabian Leuchtner und Dimitri Widmann mit ihrer Investmentboutique Aguja Capital selbstständig machten. Mittlerweile verwaltet ihr Mischfonds Squad Aguja Opportunities gut 205 Millionen Euro.

Leuchtner und Widmann, mittlerweile Mitte 30, hatten sich während ihres Studiums des Wirtschaftsingenieurwesens kennen, später arbeiteten beide beim Kölner Vermögensverwalter Flossbach von Storch. Leuchtner managte zusammen mit einem Kollegen zwei Rentenfonds, Widmann arbeitete als Aktienanalyst für den Flaggschifffonds FvS Multiple Opportunities.

Nun eifert das Duo offensichtlich dem milliardenschweren Portfolio ihres früheren Arbeitgebers nach: Im vergangenen Jahr legte ihr Fonds 34,8 Prozent an Wert zu – und ließ damit den Durchschnitt der Morningstar-Kategorie "Mischfonds EUR flexibel – Global" um satte 32,6 Prozentpunkte hinter sich. Auch seit Auflage gehört das Produkt zu den performancestärksten seiner Kategorie.

"Das Risiko möglichst breit streuen"
"Als wir im Dezember 2016 gestartet sind, hätten wir uns nicht erträumt, dass der Fonds etwas mehr als vier Jahre später bereits bei 200 Millionen Euro verwaltetem Vermögen steht", sagt Leuchtner. "Für das große Vertrauen der Investoren können wir uns nur bedanken."

Bislang konnte das Ex-Flossbach-Duo sein Versprechen einlösen, eine solide Wertentwicklung bei verhältnismäßig niedriger Volatilität zu erzielen. "Wir suchen verschiedene Werttreiber, die möglichst wenig miteinander korrelieren und zum Teil auch eine geringe Marktabhängigkeit aufweisen", sagt Widmann. "So konzentrieren wir uns nicht auf einen Anlagestil oder bestimmte Sektoren, sondern wollen das Risiko möglichst breit streuen."

"Für die nächsten Monate zuversichtlich gestimmt"
Bei der Titelauswahl sehen sie sich auch bei Nebenwerten um – eine Möglichkeit, die den Flaggschifffonds der Kategorie wegen ihrer Größe nicht mehr offensteht. "Bei den Unternehmen aus der zweiten Reihe finden wir trotz der Kursrally der vergangenen Monate noch immer Titel mit sehr attraktiven Bewertungen, was uns generell für die nächsten Monate zuversichtlich stimmt", so Widmann. Dennoch fährt das Duo nicht volles Risiko, sondern sichert einen Teil des Aktienengagements über Optionen und Futures auf den Eurostoxx 50 und den S&P 500 ab.

Unter dem Strich lag die Aktienquote im Fonds in den letzten Monaten bei 50 bis 55 Prozent. Zum Einsatz kommen auch "Aktien mit Anleihecharakter", wie Leuchtner und Widmann sagen. Darunter verstehen sie zum Beispiel Unternehmen mit Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträgen, im Squeeze-Out oder in einer Übernahmesituation. Zudem setzen die beiden auf ausgewählte Rentenpapiere, aktuell vor allem auf Wandel- und Hybridanleihen. (bm)