Das Wiener Beratungs- und Beteiligungsunternehmen Venionaire Capital rund um den Gründer und Business-Angel Berthold Baurek-Karlic bringt gemeinsam mit dem Web-Pionier Peter Augustin einen Kryptofonds auf den Markt. Der "Tigris Web3" wurde von der Finanzmarktaufsicht (FMA) als Alternativer Investmentfonds (AIF) registriert, wie die Gesellschaft mitteilt. Es handle sich um den ersten österreichischen Kryptofonds, der zu 100 Prozent in digitale Assets investiert.

Mit der Registrierung werde das bereits eingezahlte Kapital der Initiatoren investiert. Gleichzeitig sei die Platzierung von Fondsanteilen bei externen professionellen Anlegern im Gange. Die Zeichnung ist ab April möglich. Den AIF-Regeln nach können risikofreudige, erfahrene, professionelle Anleger ab einem Mindestinvestment von 100.000 Euro einsteigen.

Investitionen in die Web3-Phase
Der Tigris-Fonds investiert in digitale Werte (sogenannte Token). Die Qualität solcher Projekte sei zuletzt gestiegen und führende Venture-Fonds würden zunehmend aufspringen, so Baurek-Karlic. Das Tigris-Management achte bei der Auswahl der Token auf die Kriterien Sicherheit, Technologie und konkrete Anwendbarkeit.

Unter dem Begriff Web3 wird ein neues Internetzeitalter verstanden, das auf dezentralisierten Technologien basiert (Blockchain, Token-basierte Geschäftsmodelle). Web1 meint hingegen die Beginne des World Wide Web, während unter Web2 die zeitgenössische Generation verstanden wird, in der das Internet zwar anwender-orientierter wurde, in der sich aber die Daten auf wenige Big Tech Unternehmen wie Google, Amazon, Microsoft oder Facebook konzentriert haben. Mit dem Web3-Paradigmenwechsel erwarten sich Beobachter eine dezentrale Online-Zukunft abseits der heutigen Tech-Giganten. Mit Web3 entstehe "ein dezentrales, demokratisches System, in dem viele Akteure gemeinsam die Kontrolle über die Daten ausüben und somit auch ein völlig neues Level an Datensicherheit realisieren", heißt es in einer Aussendung.

Internet-Pionier Peter Augustin als Initiator
Fondsinitiator ist laut Aussendung der Web1-Pionier Peter Augustin, der im Jahr 1996 den Internetprovider Inode gründete und diesen später an UPC (heute Magenta) verkaufte. Er verweist darauf, dass Investoren Risikofreude und einen langem Atem brauchen, wenn sie in diesen Bereich einsteigen. Es sei "visionär" bereits heute zu investieren. Ein zehnjähriger Zeithorizont sei nötig, "um hier die entsprechenden Erfolge" einzufahren.

Juristisch wurde die FMA-Genehmigung von Christian Zwick, Partner im Corporate/M&A Team der Kanzlei BinderGrösswang, begleitet. Die Registrierung eines Fonds nach den Regelungen des AIFMG (Alternatives Investmentfondsgesetz), der ausschließlich in Krypto-Assets veranlagt, sei in Österreich "rechtliches Neuland", so Zwick. (eml)