Coinbase, die größte US-Handelsplattform für Kryptowährungen, hat in der vergangenen Woche mit einem Knall die Börse betreten. Das Interesse an den Aktien des Unternehmens war enorm. Nun gibt es einen Knall der anderen Art: Die Deutsche Börse in Frankfurt hat angekündigt, den Handel mit Coinbase-Anteilscheinen per Freitag vorläufig auszusetzen. Das berichtet unter anderem die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Der Grund: Ein spezieller Code für die Aktie ist falsch angegeben worden und muss zunächst neu beantragt werden.

Jedes Wertpapier muss einen sogenannten Legal Entity Identifier (LEI) vorweisen, anhand dessen es identifiziert werden kann. Ohne diese individuelle Zahlen- und Buchstabenfolge mit 20 Stellen darf ein Papier in Europa nicht gehandelt werden. Als die Coinbase-Aktie in den Handel ging, sei irrtümlich ein LEI-Code für eine Geschäftseinheit verwendet worden, der nicht jener Coinbase-Einheit zuzuordnen sei, deren Aktien in Frankfurt ge- und verkauft werden, erklärte eine Sprecherin der Deutschen Börse gegenüber Reuters. "Der einzige Weg, um Coinbase wieder in den Handel aufnehmen zu können, ist die Beantragung einer LEI durch die Emittenten."

Noch lässt sich die Zwangspause vermeiden
Die Krypto-Börse ist quasi aus dem Stand zum Anlegerliebling avanciert. Sie wird derzeit mit rund 63 Milliarden US-Dollar bewertet. Seit dem IPO wurden allein an der Frankfurter Börse und auf Xetra Coinbase-Aktien im Wert von fast hundert Millionen Euro gehandelt. Beantragt das Unternehmen bis zum morgigen Freitag (23. April) einen neuen LEI-Code, kann die Aktie weiter gehandelt werden. Bei Coinbase ist man derweil um Schadensbegrenzung bemüht: "Wir sind uns des administrativen Fehlers bewusst, der es erforderlich gemacht hat, dass Coinbase bestimmte Unterlagen an bestimmten europäischen Börsen neu einreichen muss", heißt es dort laut dem Fintech-Portal "Finance Forward". "Wir arbeiten daran, dies so schnell wie möglich zu beheben." (fp)