Die Deutsche Bank plant, die beiden markanten Zwillingstürme im Herzen des Frankfurter Bankbezirks, im Volksmund "Soll und Haben" genannt, bis mindestens 2036 und wahrscheinlich auch länger als Konzernsitz zu nutzen. Das berichtet der Branchendienst "Finanz-Szene.de" unter Berufung auf ein Anlegerschreiben des geschlossenen Fonds, dem die Immobilie seit 2011 gehört. Die Bank bestätigte die Authentizität des Briefes gegenüber "Finanz-Szene.de".

Der Grund für diesen Schritt sind die Vertragsbedingungen des von der Fondstochter DWS gemanagten Portfolios "DWS Access Taunusanlage 12": Dem Branchendienst zufolge stehe nach zehn Jahren Laufzeit eine Refinanzierung des ursprünglich aufgenommenen Fremdkapitals von gut 300 Millionen Euro an. In diesem Zusammenhang habe sich das Fondsmanagement mit der Bank auf eine vorzeitige Verlängerung des bis 2031 laufenden Mietvertrags verständig – und zwar um fünf Jahre inklusive Option auf fünf weitere Jahre. Zwar müssten die zuständigen Gremien des Geldhauses und die Fonds-Investoren dem Schritt zustimmen. Das gelte allerdings als Formsache. 

Interessante Fondsgeschichte
Die Eigentumsverhältnisse an den Zwillingstürmen haben eine interessante Geschichte: Das Bankhaus hatte ihren eigenen Firmensitz in den 2000er Jahren von einem Fonds zurückgekauft. Zwischen 2007 und 2010 wurde das Gebäude auch energetisch saniert. Danach, so "Finanz-Szene.de", hat die DWS die Immobilie in Form einer geschlossenen Beteiligung angeboten. Der Kaufpreis von 584 Millionen Euro zuzüglich Nebenkosten und Liquiditätsreserven wurde je zur Hälfte mit Eigen- und Fremdkapital finanziert.

Im Gegenzug entrichtete die Deutsche Bank zunächst eine Jahresmiete von 32,2 Millionen Euro. Die erhöhte sich inflationsindexiert nur dann, wenn der Verbraucherpreisindex um mehr als fünf Prozent gegenüber dem Stand zum Zeitpunkt des Mietbeginns steigt – und zwar dann jeweils um genau die Teuerung. Da die Verbraucherpreise in den vergangenen Jahren aber meist unter zwei Prozent pro Jahr lagen, betrug die Miete selbst 2019, dem letzten testierten Jahr des Fonds, nur 33,9 Millionen Euro. Für 2020 wurde mit 35,2 Millionen Euro gerechnet. Die Inflationsindexierung soll künftig laut dem Schreiben an Anleger beibehalten werden, so der Branchendienst.

Höhere Ausschüttungen winken
Dass die Miete kaum anzog, dürfte die Investoren aber kaum stören. Denn, so "Finanz-Szene": Durch den laut eines Gutachtens auf 960 Millionen Euro gestiegenen Wert der Immobilie ergebe sich eine Mietrendite von rund 3,7 Prozent. Der theoretische Verkaufspreis läge aktuell beim 27-Fachen der langfristigen Mieterlöse – verglichen mit dem 19-Fachen bei Fondsauflage. Auch die Ausschüttung solle künftig deutlich von rund 4,5 auf 8,5 Prozent pro Jahr steigen. (jb)