"Der Markt ist eine gut geölte Refinanzierungsmaschine"
Der globale High-Yield-Markt wirkt erstaunlich widerstandsfähig. Axel Potthof, Spezialist für Hochzinsanleihen bei Fisch Asset Management, erläutert, weshalb Geopolitik und Zollstreiterei die Anlageklasse nicht aus der Bahn geworfen haben. Und worauf es bei der Titelselektion jetzt ankommt.
Hohe Unsicherheit, aber kein Kollaps: Geopolitische Spannungen, Zollkonflikte und neue Unsicherheiten im Nahen Osten haben am weltweiten Markt für Hochzinsanleihen zwar immer wieder für Ausschläge gesorgt, den Markt aber bislang keineswegs nachhaltig beschädigt. Für Axel Potthof, Spezialist für Hochzinsanleihen bei Fisch Asset Management, ist das kein Widerspruch, sondern Ausdruck eines Marktes, der auch unter Stress erstaunlich robust funktioniert. Im Interview für die aktuelle Magazinausgabe von FONDS professionell beschreibt er den High-Yield-Sektor als eine "gut geölte Refinanzierungsmaschine". Und widerspricht damit einem der populärsten Risikonarrative der vergangenen Jahre, der sogenannten Fälligkeitsmauer.
Potthof argumentiert, dass viele Beobachter die Refinanzierungsfähigkeit von Unternehmen zu schematisch betrachten. Zwar bleiben die Finanzierungskosten höher als in der Nullzinsphase, doch zahlreiche Emittenten haben ihre Laufzeiten rechtzeitig gestreckt, ihre Kapitalstruktur angepasst und sich auf ein restriktiveres Umfeld eingestellt. Entscheidend sei daher weniger die bloße Existenz anstehender Fälligkeiten als die Frage, welche Unternehmen dauerhaft Zugang zum Kapitalmarkt haben und welche nicht. Genau hier beginnt aus seiner Sicht die eigentliche Arbeit des aktiven Fondsmanagers.
Enge Spreads, aber weiterhin attraktive Renditen
Denn auch wenn die Spreads historisch betrachtet eng erscheinen, sieht Potthof im High Yield weiterhin ein attraktives Renditeniveau. Der Markt biete nach wie vor laufende Erträge, die im Mehrjahresvergleich konkurrenzfähig seien. Pauschale Marktbetrachtungen greifen seiner Ansicht nach jedoch zu kurz. Wer heute im High Yield investieren wolle, müsse stärker differenzieren, Geschäftsmodelle genauer prüfen und die Spreizung zwischen robusten und anfälligen Emittenten ernst nehmen. Titelselektion sei deshalb kein optionaler Feinschliff, sondern der zentrale Hebel für Anlageerfolg. (hh)
Einige ausgewählte Zitate aus dem Interview mit Axel Potthof haben wir in der Bilderstrecke oben zusammengetragen – einfach durchklicken. Das vollständige Gespräch findet sich in Ausgabe 2/2026 von FONDS professionell ab Seite 116. Angemeldete Nutzer können den Beitrag auch hier im E-Magazin lesen.















