"Die Zinsen für täglich fällige Sparbücher betragen zwischen 0,01 und 0,40 Prozent", so AK-Experte Christian Prantner. Online-Sparkonten bieten demnach immerhin noch einen größeren Spielraum, nämlich zwischen 0,01 und beachtlichen 2,5 Prozent. Aber: "Die höheren Zinsen bekommen Neukunden im Rahmen von Aktionen", so Prantner. Diese laufen erfahrungsgemäß schnell aus, und was anfangs gut aussieht, macht die Sparer danach definitiv wieder ärmer, wenn man eine Inflation von um die zwei Prozent mitbedenkt.

Keine gute Alternative bieten angesichts dessen auch Kapitalsparbücher. Laut der Erhebung betragen bei einer Bindung auf zwölf Monate die Zinsen zwischen 0,05 und 0,9 Prozent, bei 36 Monaten bekommt man zwischen 0,20 und 1,2 Prozent. Das Verlustgeschäft könnte für den Sparer eingedenk versteckter Kosten noch größer werden. Schließkosten für das Sparbuch betragen bei den getesteten Banken zwischen 3,20 und sieben Euro. Solche Kosten sollten sich insbesondere bei Wiederveranlagung des Geldes wegverhandeln lassen.

Spesen bei Kombi-Paketen
Zur Vorsicht mahnen die Konsumentenschützer bei Kombi-Produkten – etwa wo je die Hälfte des Geldes auf ein Sparbuch und einen Investmentfonds verteilt wird. Man müsse scheinbar attraktive "Zinszuckerl" (wie drei Prozent auf sechs Monate am Sparbuch) durchrechnen und sich ein Bild von der möglichen Performance und Fondskosten machen, heißt es in einer Aussendung. Die Kosten (Kaufspesen des Fonds, Wertpapierdepot und Verrechnungskonto), könnten andernfalls die Erträge zur Gänze auffressen.

Eine interessante Aufstellung zur Veranlagungsleistung der Österreicher präsentierte anlässlich des nahenden Weltspartags (31. Oktober) auch die Plattform Agenda Austria (siehe Chart unten). Demnach haben die Bürger anderer Länder ihr Geld in den vergangenen Jahren deutlich effektiver angelegt. Österreichische Sparer blicken zwischen 2012 bis 2017 auf eine magere Rendite von 0,85 Prozent nach Abzug der Inflation. Die Finnen hingegen können 6,2 Prozent verbuchen. (eml)