Zum dritten Mal in diesem Jahr tourte das FONDS professionell Investmentforum durch Österreich. In Salzburg, Innsbruck, Graz, Linz und Wien schlüsselten die Experten von fünf Fondshäusern ihre Produkte und Investmentideen auf. 

"Ich habe kein Kundengespräch, wo ich nicht US-Large-Caps anspreche", sagte Gerrit Eicker, Client Director von Schroders, beim FONDS professionell Investmentforum in Wien. Die US-Aktienmärkte sind heuer zu einem neuen Allzeithoch aufgelaufen. Nicht ungerechtfertigt: dahinter stehen hohe Gewinnmargen. Und 2025 soll das US-Gewinnwachstum zweistellig sein. "Man kommt an den USA nicht vorbei", so Eicker, der auf 70 Prozent US-Anteil im MSCI World verweist. Der US-Large-Caps-Fonds von Schroders ist aktiv gemanagt. Man bleibe ein aktives Haus. Gleichzeitig müssten sich aktive Manager transformieren. Seit Kurzem gibt es zwei aktive ETFs (den Schroder Global Equity Active UCITS ETF und den Schroder Global Investment Grade Corporate Bond Active UCITS ETF).  

DWS – Erfolg mit Umbau
Wie erfolgbringend Transformation ist, veranschaulichten die Kollegen von der DWS. Der DWS Invest Critical Technologies hat sich unlängst für Verteidigung geöffnet und fährt sehr gut damit. Klassisch aktiv gemanagt. Was in diesem Sektor laut Marco Bungart, Product Specialist Equities bei der DWS, ein Vorteil sein kann, wenn man von der gesamten Wertschöpfungskette profitieren möchte und nicht nur in die bereits weit gelaufenen Kerninvestments gehen will. Zum Beispiel positionierte sich der Fonds strategisch beim US-Selten-Erde-Spezialisten MP Materials – kein direkter Rüstungswert. Aber im Sommer legte der Titel nach einem Deal mit dem US-Verteidigungsministerium an der Börse eine Rally hin. Zudem setzt das konzentrierte Fondsportfolio auf Energieinfrastruktur, KI, Robotik und Cybersicherheit.

Europe first 
Interessant sind momentan angesichts der America-First-Politik von US-Präsident Donald Trump Europa-Aktien. Europa stellt sich mehr auf eigene Beine und muss investieren, vor allem in Infrastruktur und Verteidigung. Wichtige Länder wie Deutschland oder Italien hätten ihren Mangel an politischer Richtung beseitigt. "Vor zehn Jahren hätte ich nicht gedacht, dass die italienische Regierung einmal stabiler ist als die der Franzosen", so Francis Ellison, Client Portfolio Manager bei Columbia Threadneedle. Auch die Anleger honorieren den Punkt und bedenken Europa-Aktienfonds dieses Jahr mit höheren Zuflüssen als die US-Fonds, wie Ellison sagte. 


Weiterhin selektiv auf "Magnificent Seven" setzen – brillant oder riskant?


Über die Aktien-Euphorie hinweg sorgte am Investmentforum der US-Riese Pimco dafür, dass die Anleihen-Seite nicht zu kurz kam; repräsentiert durch die Pimco Strategic Income Strategie. Die Grundstruktur: 75 Prozent Anleihen und 25 Prozent in globale Aktien. Dazu kommt eine taktische Option, zehn Prozent in attraktive, einkommenschaffende Vermögenswerte zu investieren. Die Renditen im Fonds würden über gemischten Anleihen und Dividenden-Benchmarks liegen, so André Persau vom Pimco Global Wealth Management Team. Als Benchmark dient ein gewichteter Index bestehend aus 25 Prozent MSCI ACWI High Dividend Yield Index und 75 Prozent Bloomberg US Aggregate Index. 

Starkes Emerging-Markets-Wachstum erwartet
Ein starkes Statement für Emerging Markets gab an dem Tag Franklin Templeton ab. Die Wirtschaft asiatischer Schwellenländer dürfte 2025 um fünf Prozent wachsen und damit alle anderen Wirtschaftsräume übertreffen (Europa und die USA kommen auf 1,6 und 2,2 Prozent). 50 Prozent des BIP-Wachstums sollen in den kommenden Jahren allein aus Asien kommen, sagte Martin Bechtloff, Vice President, ETF Distribution. Abdecken will Franklin Templeton diese Themen immer stärker mit ETFs. Schwellenländer-ETFs sind ein Schwerpunkt des US-Hauses. Dutzende ETFs sind in Österreich zugelassen.

Franklin-Templeton-Österreich-Vertriebschef Karl Banyai adressierte die Provisionsthematik bei ETFs für Vermittler (kein Ausgabeaufschlag/Retrozessionen). Es gebe über Depotbanken die Möglichkeit eine Effektenprovision von maximal drei Prozent zu vereinbaren. (eml)