Comgest: "Wir sind unabhängig genug, um uns treu zu bleiben"
Fondsmanagement sei im Grunde ein ständiger Lernprozess, sagen Jan-Peter Dolff und Franz Weis von Comgest im Interview mit FONDS professionell. Man müsse permanent reflektieren, was man verbessern könne. An ihrer Investmentphilosophie will die Gesellschaft jedoch festhalten.
Es gibt nicht viele Fondsgesellschaften im weltweiten Investmentuniversum, die in Bezug auf ihre Produktstrategie ganz bewusst und ausschließlich auf Aktien setzen. Auf den Pariser Asset Manager Comgest trifft das seit den Anfängen Mitte der 1980er Jahre zu. Und daran wird sich auch künftig nichts ändern, wie uns Vorstandschef Jan-Peter Dolff und Chief Investment Officer Franz Weis im Interview erklärt haben.
In diesem Monat hat die Gesellschaft ohne Zweifel Grund zu feiern. Vor 40 Jahren wurde Comgest als erste bankenunabhängige Fondsgesellschaft in Frankreich gegründet. Es seien nicht die vermeintlich "großen Knalleffekte" gewesen, sondern eher 40 Jahre voller kleiner Schritte, die Comgest dahin geführt haben, wo die Gesellschaft heute steht, sagte Dolff.
Mitarbeiter als Eigentümer
Nicht ohne dabei hervorzuheben, dass es zwei Aspekte seien, durch die sich Comgest aus seiner Sicht tatsächlich von vielen Mitbewerbern unterscheide. Zum einen habe man es als einer der wenigen internationalen Asset Manager geschafft, mit "Comgest Nippon" eine eigene Fondsgesellschaft in Japan zu etablieren mit einer Reihe von Fonds, die auch tatsächlich eigenständig vor Ort gemanagt würden. Das sei bis heute nur einer Handvoll ausländischer Manager gelungen.
Als zweiten Aspekt nannte Dolff den Ansatz einer sogenannten "Broad Partnership". Im Unterschied zu vielen anderen Asset Managern, bei denen vielleicht die Gründerfamilie oder allenfalls das alteingesessene Management Anteile an der Firma besitzen, seien es bei Comgest von rund 220 Mitarbeitenden heute 180, die echte Miteigentümer der Gesellschaft sind, sprich Teilhaber mit Stimmrechten und allen sonstigen Rechten und Pflichten.
Konzentration auf eine Investmentphilosophie
Weis wusste noch einen dritten Aspekt zu ergänzen. Das sei die bewusste und über vier Jahrzehnte durchgängig verfolgte Konzentration auf eine Investmentphilosophie, die im Allgemeinen als "Quality Growth" bezeichnet werde. Gemeint ist das Investment in Unternehmen, die ein qualitativ hochwertiges Wachstum aufweisen.
Und Comgest setze das eben ausschließlich über Aktienfonds oder aktienbasierte Strategien um, ob in Regionen, Ländern oder Themen, die man abdecke. Das erkläre zudem im Rückschluss, dass man nie der Versuchung erlegen sei, auf Anleihenfonds oder Multi-Asset-Mandate auszuweichen in Phasen, in denen es an den Aktienmärkten vielleicht einmal nicht ganz so positiv gelaufen sei. (hh)
Einige ausgewählte Zitate aus dem Interview mit Jan-Peter Dolff und Franz Weis haben wir in der Bilderstrecke oben für Sie zusammengetragen, einfach durchklicken. Das vollständige Gespräch finden Leser ab Seite 242 in Ausgabe 3/2025 von FONDS professionell oder nach Anmeldung hier im E-Magazin.















