Die Wiener Vermögensverwaltungsboutique Arts Asset Management, Spezialistin für quantitative Handelssysteme, startet ihren ersten vermögensverwaltenden Nachhaltigkeitsfonds. Der C-Quadrat Arts Total Return ESG funktioniert im Wesentlichen wie alle anderen Fonds des Unternehmens – das System identifiziert vollautomatisiert die Momentum-stärksten Titel. Allerdings schöpft Arts diesmal nicht wie gewohnt aus der eigens entwickelten entwickelten Datenbank aus tausenden Fonds, ETFs und Aktien. Basis für den ESG-Fonds sind 10.000 Einzeltitel, die von der Ratingagentur ISS ESG (früher Oekomresearch) im Vorfeld auswählt werden.

"Diese Arbeitsteilung ist uns wichtig. Wir treten nicht plötzlich als ESG-Spezialist an, sondern setzen hier auf die Expertise von ISS ESG", sagte Leo Willert, Schöpfer des Arts-Handelssystems bei einer Präsentation. Grundlage des Nachhaltigkeitsansatzes sei ein "Best-in-Class"-Modell, kombiniert mit dem Ausschluss kontroverser Branchen wie Atomkraft, Rüstung, fossile Brennstoffe, oder von Unternehmen und Staaten, die Arbeits- und Menschenrechte verletzen (Todesstrafe, etc.). Methodisch kommen dabei die Kriterien des österreichischen Umweltzeichens (UZ49) und des deutschen FNG-Siegels zur Anwendung. Das UZ-49 ist bereits beantragt, das FNG-Siegel wird noch eingereicht.

Momentum-Strategien springen vereinfacht gesagt auf bestehende Trends auf und nutzen deren Schwung aus: Sie investieren in Wertpapiere, die gut laufen und denen eine weitere positive Entwicklung bevorsteht (Motto: "The trend is your friend").  

 "Verlustvermeidung"
Man könne damit erstmals regelbasiert und ohne "störende" Emotionen in Einzelwerte mit starkem Momentum investieren, die gleichzeitig ökologische, soziale und Governance-Kriterien erfüllen. Vor allem handle es sich um ein "gutes Retailprodukt", so Willert. Das automatisierte Handelssystem lässt zwar keine diskretionären Eingriffe des Managements zu. Man betreibe aber aktives Risikomanagement, das stark auf die Vermeidung längerer Verlustphasen ausgerichtet sei – einerseits über die Festsetzung der Aktienquote (zwischen Null und 100 Prozent) andererseits über eine strenge Stop-Loss-Politik in den einzelnen Basiswerten.  

"Wir haben größten Teils Retailanleger und hier ist nicht das Risikoprofil vorhanden, wo man 30 Prozent Verlust aushält. Wir wollen daher hohe Drawdowns vermeiden", sagt Willert. In stark steigenden Marktphasen werde der Fonds daher keine hohe Outperformance hinlegen, dafür könne man sich in turbulenten Phasen eine deutlich reduzierte Volatilität erwarten.  

Umstellung
Komplett neu ist der Fonds nicht: Vielmehr wird der bestehende Arts Special (AT0000618137) umgestellt. Frühere Entwicklungen dieses Vehikels seien nicht vergleichbar – nicht nur wegen des ESG-Ansatzes, sondern auch weil die neue Strategie, wie erwähnt nur Einzeltitel als Basis aufweist. Arts gehört zum Wiener Vermögensverwalter C-Quadrat und verwaltet in 16 Fonds ein Vermögen von rund 2,2 Milliarden Euro. (eml)