Bis zum Jahr 2026 dürfte fast jeder vierte Deutsche einen Sparplan mit börsengehandelten Indexfonds (ETFs) abgeschlossen haben. Dies prognostiziert Christian Bimüller, Leiter Digitalvertrieb für Kontinentaleuropa bei Blackrock. Bimüller stützt seine Prognose auf die Daten einer Studie des Informationsdienstes Extra-ETF. Demnach steigt die Zahl der Indexfonds-Sparpläne in den nächsten vier Jahren auf 15,5 Millionen. Bislang waren die Analysten von neun Millionen Verträgen bis 2025 ausgegangen. Im Jahr 2026 fließen dann 34 Milliarden Euro über Sparpläne in ETFs.

"ETFs sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen", sagt Bimüller. "Nie zuvor wurde in der breiten Bevölkerung so viel über die Möglichkeiten dieser Geldanlage gesprochen." Das hänge vor allem mit dem Thema private Altersvorsorge zusammen. "Denn immer mehr Menschen wird bewusst, dass sie für einen sorgenfreien Lebensabend gezielt Vermögen aufbauen müssen", so der Blackrock-Mann. Die Entwicklung werde durch die Expansion von Neobrokern befördert, die mit ihrem Angebot auf ein generell gestiegenes Interesse treffen würden.

"Wachstum weiter beschleunigt"
Das Researchhaus Extra-ETF hatte vor einem Jahr seine ETF-Sparplan-Prognosen hochgeschraubt. Damals befeuerte der Börsen-Boom nach dem Corona-Crash den Sparplanabsatz. Nun setzen die Analysten ihre Prognosen erneut höher an. "Das Wachstum im Bereich ETFs hat sich im Jahr 2021 weiter beschleunigt", berichtet Markus Jordan, Gründer von Extra-ETF. "Wir haben unsere bisherige Prognose nach oben angepasst, weil die Nachfrage nach ETF-Sparplänen anzieht und zudem die Einstiegshürden weiter sinken." Zudem würden erstmals die Zahlen der Neobroker Trade Republic und Scalable Capital einfließen. Dadurch sei die Ausgangsbasis für die Prognose größer.

Weiterhin geben die Analysten erstmals eine Schätzung für das von Privatanlegern in ETFs investierte Kapital in Europa ab. Das Vermögen soll sich demnach bis 2026 auf 350 Milliarden Euro vervierfachen. Insgesamt bezifferte sich das ETF-Volumen in Europa per Ende 2021 auf 1,45 Billionen Euro, zeigen Daten des Branchenriesen Blackrock. Die Experten beobachten, dass der Trend zum kontinuierlichen ETF-Sparen auch in anderen europäischen Ländern Fuß fasst. (ert)