Die Zahl der börsengehandelten Anlageprodukte (Exchange-Traded Products, ETPs) auf Kryptowährungen in Frankfurt steigt und steigt. Ende März ließ Vaneck ein ETP auf Ethereum auf Xetra listen. Mitte April folgten zunächst die ETC Group mit einem Produkt auf Litecoin und dann Wisdomtree mit einem Bitcoin-ETP.

Damit steigt die Zahl der auf Xetra handelbaren Krypto-Schuldverschreibungen binnen weniger Wochen von sechs auf neun. In naher Zukunft folgt Nummer zehn: Iconic Funds kündigte an, die Genehmigung für ein Bitcoin-ETP bekommen zu haben (ISIN: DE000A3GK2N1). Das Vehikel soll in der letzten Aprilwoche seinen Börsenstart in Frankfurt feiern.

Wie groß der Boom in dieser Nische ist, lässt sich an einer anderen Zahl ablesen: Im größten Krypto-ETP, das an der Frankfurter Börse gehandelt wird, steckt mittlerweile gut eine Milliarde US-Dollar (siehe Tabelle). Dabei wurde dieses Vehikel, das den Bitcoin-Kurs nachvollzieht, erst im Juni vergangenen Jahres auf Xetra notiert – als erstes Kryptowährungsprodukt im ETP-Segment.

Quelle: Deutsche Börse, Stand: 16.4.2021

Bei den Krypto-ETPs handelt es sich um börsennotierte Inhaberschuldverschreibungen, auch ETN genannt. Im Falle einer Insolvenz des Emittenten wäre das Geld der Anleger gefährdet – anders als bei einem ETF oder einem herkömmlichen Publikumsfonds. Allerdings sind viele ETNs "physisch besichert". Im Fall der Fälle hätten die Anleger Anspruch auf die Auszahlung der hinterlegten Vermögenswerte.

Der US-Anbieter Wisdomtree beispielsweise schreibt, er beauftrage "sichere Cold-Storage-Einrichtungen" mit der Verwahrung. Ein Kooperationspartner ist der Handelsplatz Coinbase, der jüngst mit einem fulminanten Börsengang für Schlagzeilen sorgte.

Digitalwährungen im normalen Wertpapierdepot
Die Krypto-ETPs erlauben es Anlegern, auf die Preisentwicklung der Digitalwährungen zu setzen, ohne selbst Bitcoin und Co. halten zu müssen. Sie müssen sich kein eigenes "Wallet" einrichten oder den privaten Zugangsschlüssel aufbewahren, sondern holen sich die Kryptowerte über einen Umweg ins normale Wertpapierdepot. Die ETPs haben aber auch einen Nachteil: Für sie fallen jährliche Gebühren an. (bm)