Kryptowährungen können Anlegern mit Liebe zum Risiko hohe Renditen und ebenso hohe Verluste bescheren. So weit, so bekannt. Ein weiterer Aspekt ist, dass diese Dynamik auch Betrüger anzieht. Aktuelle Zahlen der Finanzmarktaufsichtsbehörde FMA machen deutlich, dass man Krypto-Geschäfte nur mit anerkannten seriösen Börsen oder vertrauenswürdigen Unternehmen eingehen sollte.

Im ersten Quartal 2021 betrafen 34 und somit rund die Hälfte der FMA bekannten Fälle von Anlagebetrug Investments in Krypto-Assets. Die durchschnittliche Schadenshöhe betrug dabei rund 17.000 Euro.

80 Prozent der ICOs betrügerisch
In vielen Fällen geht es um Betrug mit ICOs (Initial Coin Offerings). Es handelt sich um die Neuausgabe von Krypto-Assets. Dabei sammeln Unternehmen Anlegerkapital ein und geben im Gegenzug neue digitale Token aus, die meist mit gewissen Rechten ausgestattet sind (Auszahlungen, Stimmrechte, Nutzung einer Dienstleistung des Unternehmens,…). Die Studienlage deute darauf hin, dass 80 Prozent der beobachteten ICOs betrügerisch sind.

Derzeit bleibt dem Anleger hierbei nichts über, als die Anbieter besonders genau zu durchleuchten und bei Verdacht (zu optimistische Gewinnversprechungen, unrealistische Geschäftsmodelle,...) die Finger von einem Investment zu lassen. Derzeit existieren keine eindeutigen aufsichtsrechtliche Regelungen für ICOs. Ein ICO kann, muss aber nicht (je nach Ausgestaltung) unter die Aufsicht fallen, etwa wenn ein Einlagen- oder ein Deoptgeschäft vorliegt oder die Ausgabe und Verwaltung von Zahlungsmitteln, etc. Dienstleister in Bezug auf virtuelle Währungen müssen sich jedenfalls seit Beginn 2020 bei der FMA registrieren. (eml)