Das Phänomen ist bekannt: Fünf-Sterne-Fonds sammeln eifrig frisches Geld ein. Manager, die nur auf einen oder zwei Sterne kommen, haben im Vertrieb dagegen große Probleme. Doch ganz so einfach ist die Sache nicht, zeigt eine Erhebung des Datenspezialisten Refinitiv Lipper.

Das Analysehaus hat sich keine einzelnen Produkte und deren Rating angesehen, sondern ganze Fondskategorien. Vergleicht man die durchschnittliche Performance einer Vergleichsgruppe mit dem Mittelaufkommen der dahinter liegenden Fonds, so zeigt sich kein klarer Zusammenhang, wie die Grafiken eindrücklich beweisen.
 

Grafik: FONDS professionell; Quelle: Refinitiv Lipper, "European Fund Industry Review: 2021"

Ein Beispiel: Im vergangenen Jahr ließ sich mit Fonds, die auf Hochzinsanleihen in britischen Pfund setzen, im Schnitt rund zehn Prozent verdienen – für Rentenfonds ist das eine sehr attraktive Performance. Dennoch zogen Anleger aus diesen Sondervermögen unter dem Strich sogar Geld ab.
 

Grafik: FONDS professionell; Quelle: Refinitiv Lipper, "European Fund Industry Review: 2021"

Noch deutlicher wird der "Nicht-Zusammenhang" im Aktiensegment: Einige Länderfonds bescherten ihren Anlegern im vergangenen Jahr mehr als 40 Prozent Performance, zugreifen wollten die Investoren dennoch nicht. Das Fazit von Detlef Glow, dem Research-Leiter für die EMEA-Region bei Refinitiv Lipper: Der wichtigste Treiber für die Zu- und Abflüsse in einzelne Kategorien scheinen Asset-Allocation-Entscheidungen zu sein – und nicht die Performance, die sich mit den Fonds in jüngster Vergangenheit erzielen ließ. (bm)