Börsengehandelte Indexfonds sind zwar günstig und transparent, aber im Rahmen eines umfassenden Risikomanagements fürs Portfolio nicht unbedingt zu empfehlen, sagt Dyrk Vieten, Sprecher der Geschäftsführung des Vermögensmanagers Ficon. In Abwärtsphasen schaffen es Indextracker naturgemäß nicht, Verluste zu begrenzen. "Der durch das Coronavirus ausgelöste Crash hat das einmal mehr gezeigt: Ein typischer ETF auf den MSCI World hat binnen eines Monats mehr als 13 Prozent verloren", sagt der Vermögensverwalter.

Abseits kurzfristiger Abstürze sollten sich Anleger genau überlegen, ob ETFs ihren Ansprüchen hinsichtlich Streuung und strategischer Ausrichtung gerecht werden, sagt Vieten. So machen etwa im MSCI World die zehn größten Unternehmen aktuell mehr als 13,5 Prozent des Index aus. Unter ihnen befindet sich zudem nur ein Nicht-US-Konzern, nämlich Nestlé aus der Schweiz. Insgesamt haben US-Firmen in dem Marktbarometer ein Gewicht von rund 60 Prozent. "Das bedeutet: Käufer eines MSCI-World-ETFs investieren zu 60 Prozent in US-Unternehmen", sagt Vieten. Und ein Achtel des Kapitals fließt in neun amerikanische Firmen, darunter Apple, Microsoft und Facebook.

Übergewicht vermeiden
Mithilfe von Indexfonds können Anleger ihrem Portfolio bestimmte Nischen beimischen und schnell und günstig ihre Investitionsquoten verändern. "Aber die ETF-Körbe sollten genau analysiert werden, damit es zu keinen Klumpenrisiken beziehungsweise taktisch und strategisch ungewollten Über-Allokationen bestimmter Regionen oder Branchen kommt", betont der Vermögensprofi. Im Rahmen eines umfassenden Risikomanagements gilt es Klumpenrisiken zu vermeiden. Trotz höherer Gebühren sind Investoren deshalb mit aktiv verwalteten Produkten womöglich besser bedient, sagt Vieten. (fp)