Aktiv-Passiv-Studie: Mehr aktive Manager schlagen passive Indizes
Knapp ein Drittel der aktiven Aktienfonds konnte 2025 den jeweiligen Vergleichsindex übertreffen. Damit stieg die Outperformance-Quote im Vergleich zu 2024. Vor allem Manager mit Schwerpunkt auf deutschen Aktien konnten ihre Benchmark vermehrt schlagen.
Der größte Teil der Manager von aktiven Fonds hat es auch im vergangenen Jahr nicht geschafft, die Vergleichsindizes ihrer Portfolios zu übertreffen. Allerdings konnten 2025 immerhin mehr Manager die Indizes schlagen als im Jahr davor. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Aktiv-Versus-Passiv-Studie von Scope, in der die Ratinggesellschaft für die acht wichtigsten Aktienfonds-Vergleichsgruppen untersucht hat, wie hoch der Anteil aktiver Fonds ist, die ihren Vergleichsindex übertreffen konnten. Die Ratingagentur ordnet dabei jeder Vergleichsgruppe eine Benchmark zu, an der sich alle Fonds dieser Gruppe messen müssen.
Demnach ist das 2025 immerhin 571 Produkten gelungen. Damit liegt die Outperformance-Quote der knapp 2.000 analysierten Fonds bei 29,1 Prozent – zehn Prozentpunkte mehr als 2024. Laut Scope hat sich die Tendenz der vergangenen vier Jahre damit umgekehrt: Die Outperformance Ratios, die sich zuvor stetig verringert hatten, sind 2025 – abgesehen von wenigen Ausnahmen – gestiegen. Daher weisen sechs der acht Peergroups eine höhere Outperformance Ratio auf als 2024. Die Verbesserung der Quote um etwa 50 Prozent zeige, wie stark Veränderungen in der Marktdynamik und den Trends die aktive Leistung beeinflussen können.
Erhöhtes Risiko führt zu mehr Chancen
"Aktives Portfoliomanagement hat sich demnach im vergangenen Jahr wieder stärker ausgezahlt. Eine aggressive US-Handelspolitik, zunehmende Bewertungssorgen im KI- und Technologiesektor, geopolitische Spannungen und Energiepreisrisiken prägten die globalen Aktienmärkte. Doch in einem Umfeld mit erhöhten Risiken ergeben sich auch vermehrt Chancen, die aktive Manager im Verlauf des Jahres nutzen konnten", schreiben die beiden Scope-Analysten László Zoltán Harsányi und Oksana Ianko.
Aktuelle und historische Outperformance Ratios – sortiert nach dem Jahr 2025

Quelle: Scope
Die Vergleichsgruppe mit der höchsten Outperformance-Quote ist "Aktien Japan". In dieser Gruppe konnte den Analysten zufolge mehr als ein Drittel der Fonds die Benchmark der Gruppe schlagen (36,3%). Für die Vergleichsgruppe ist dies der höchste Stand seit 2020. Der japanische Aktienmarkt bot 2025 Harsányi und Ianko zufolge zahlreiche Ineffizienzen und idiosynkratische Chancen, die aktive Manager gezielt nutzen konnten – unter anderem Corporate-Governance-Reformen, schwacher Yen und normalisierte Geldpolitik.
Manager von deutschen Aktienfonds mit deutlich verbesserter Leistung
Auch in den Aktienfonds-Vergleichsgruppen für Schwellenländer, Welt und Deutschland ist es mehr als einem Drittel der Fonds gelungen, die Peergroup-Benchmark zu übertreffen. "Alle drei Gruppen schneiden besser ab als im Vorjahr, bei globalen Aktien ist der Sprung sehr groß (+21 Prozentpunkte), bei deutschen Aktien riesig (+32 Prozentpunkte). Keine andere Vergleichsgruppe verzeichnete stärkere Zugewinne", schreiben die beiden Analysten.
Für Fonds, die auf deutsche Aktien setzen, zahlte es sich im vergangenen Jahr aus, Nebenwerte beizumischen. Diese entwickelten sich besser als Blue Chips, so Scope. Einer der Gründe seien die verbesserten Aussichten für kleine und mittelgroße Unternehmen infolge der steigenden Staatsausgaben für Infrastruktur, Klimaneutralität und Verteidigung. Schwach schnitt die Peergroup "Aktien Euroland" ab. Sie landete 2025 mit einer Erfolgsquote von 13,5 Prozent auf dem letzten Platz – immerhin mit einer leichten Leistungssteigerung gegenüber dem Vorjahr (12,1%).
Hinweis zur Berechnung
Scope weist übrigens darauf hin, dass die Outperformance Ratio nicht nur auf Basis der Fondsanzahl, sondern auch volumengewichtet berechnet wird – also unter Berücksichtigung des verwalteten Vermögens. In fünf Peergroups waren Fonds mit einem höheren Volumen eher erfolgreich, in drei Peergroups schnitten tendenziell kleinere Fonds besser ab. (fp)













