Es brauche die Wiedereinführung der Spekulationsfrist, "um echte Spekulation von langfristiger Investition klar zu unterscheiden". Das sagte Robert Ottel, Präsident des Aktienforums, bei einer Pressekonferenz in Wien. "Wir müssen endlich wegkommen, von der immer wiederkehrenden, populistischen Diskussion über Spekulation", so Ottel. Börse und Kapitalmarkt müssten nicht nur für die Unternehmensfinanzierung, sondern auch für Privatanleger wieder attraktiver werden.

Private Anleger würden die Börse aufgrund von Unwissen oder mangels Attraktivität zu wenig nutzen. Die Politik habe hier durchaus einen Hebel: "So war die Anhebung der Kapitalertragsteuer auf Dividendenzahlungen ein fatales Signal an Privatanleger auf dem heimischen Kapitalmarkt, das dringend zurückgenommen werde muss", sprach sich Ottel für die Reduzierung der KESt auf 25 Prozent aus.

IV: KöSt soll früher sinken
Bei der gemeinsam mit der Industriellenvereinigung (IV) abgehaltenen Veranstaltung erneuerte IV-Generalsekretär Christoph Neumayer seine Forderung nach einer Senkung der Körperschaftsteuer (KöSt), die derzeit bei 25 Prozent liegt. "Wir bewegen uns bei der KöSt deutlich über dem europäischen Durchschnitt von knapp 22 Prozent", so Neumayer.

Er würde gern eine "zeitnahe Senkung" sehen, während die Regierung 2022 anpeilt. Eine KöSt-Senkung würde zu gestärkten Eigenkapitalquoten führen und Anreize für Investitionen insbesondere für ausländische Direktinvestitionen schaffen, so der IV-Generalsekretär. (eml)