Agentur lanciert neues ESG-Fonds-Label
"Dunkelgrün" investieren? Fühlt sich gut an, hilft aber nur begrenzt. Den größeren Hebel bieten Firmen, die bislang nicht wirklich nachhaltig wirtschaften, sich aber auf dem Weg dorthin befinden. Darauf reagieren die Label-Anbieter: Ein entsprechendes FNG-Siegel gibt es schon, jetzt folgt Luxflag.
Die Luxembourg Finance Labelling Agency (Luxflag) hat ein "Transition Label" eingeführt. "Dieses Label ist darauf ausgerichtet, Finanzprodukte zu identifizieren und zu unterstützen, die glaubwürdig zum Übergang in eine kohlenstoffarme und nachhaltigere Wirtschaft beitragen", teilt die 2006 gegründete Agentur mit.
Das neue Label trage der Realität Rechnung, "dass in bestimmten Sektoren oder Regionen eine sofortige vollständige Ausrichtung an Klima-, Umwelt- oder Sozialzielen noch nicht machbar ist – Fortschritte jedoch zwingend notwendig und bereits im Gange sind", heißt es in der Pressemitteilung.
"Glaubwürdige Transformationspläne"
Damit folgt Luxflag dem Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG). Der für das FNG-Siegel verantwortliche Verein FIRST hatte bereits im März mitgeteilt, neben dem seit rund zehn Jahren etablierten Label künftig ein eigenes "FNG-Siegel Transition" anzubieten.
Luxflag nennt mehrere Kernmerkmale des "Transition Labels". So müssten mehr als 50 Prozent der Investments des Antragstellers in Strategien fließen, die zur Klima-, Umwelt- oder Sozialtransformation beitragen. Dazu zählten etwa Investments, die mit den EU Climate Transition Benchmarks (CTB) respektive den Paris-Aligned Benchmarks (PAB) übereinstimmen, Anlagen in taxonomiekonforme Wirtschaftsaktivitäten oder Investments in Unternehmen "mit glaubwürdigen Transformationsplänen oder wissenschaftlich fundierten Zielen, die durch transparente und überprüfbare Informationen untermauert sind".
Investments in Kohle sind okay – aber nur mit Engagement
Die Antragsteller müssen der Pressemitteilung zufolge zudem ein aktives Engagement nachweisen – entweder durch den direkten Dialog mit Emittenten (mindestens 20 Prozent des Portfolios) oder durch kollektives Engagement über Plattformen (mindestens 50 Prozent). Für Investments in Sektoren mit "hohen Nachhaltigkeitsrisiken" wie thermische Kohle, Öl und Gas seien sowohl ein glaubwürdiger Transformationsplan als auch aktives Engagement verpflichtend.
Mit dem neuen Label wolle Luxflag dazu beitragen, "Kapitalströme in die reale Transformation zu lenken, die unsere Volkswirtschaften so dringend benötigen", lässt sich Luxflag-Chefin Isabelle Delas in der Mitteilung zitieren. (bm)















