Auch wenn die FMA ein Kapitalmarktprospekt billigt, muss man selbst vor einem Investment noch den Emittenten beziehungsweise das Produkt durchleuchten. Darauf machte die Behörde kürzlich aufmerksam. Eine Prospektbilligung durch die FMA sei nicht per se eine Produktgenehmigung und treffe keine Aussage über das Risiko des Investments und die Bonität des Emittenten, so die Warnung.

Hintergrund sind vor allem die zahlreichen ICOs (Initial Public Offerings), im Rahmen dererer Anleger in ein Unternehmen reales Geld investieren und dafür Krypto-Werteinheiten erhalten. Die Finanzmarktaufsicht stehe neuen Entwicklungen grundsätzlich offen und technologieneutral gegenüber. Derzeit gebe es aber weder in Österreich noch auf europäischer oder internationaler Ebene eine rechtlich anerkannte Klassifizierung von Token.

Nichtsdestotrotz muss die Behörde unter gewissen Voraussetzungen zur Tat schreiten: Manche dieser Token – so genannte Security Token – können klassischen Anleihen oder Aktien beziehungsweise Genussrechten ähnlich sein. In disem Fall ist ein Wertpapierprospekts nötig. Einen solchen hat die FMA kürzlich genehmigt.

Für Richtigkeit haftet das ausgebende Unternehmen
Dass daraus zu viel Euphorie abgeleitet wird, ist der Behörde aber nicht recht. Sie hält fest: "Wertpapierprospekte werden entsprechend den Vorgaben aus der Prospekt-Richtlinie von der FMA nur auf ihre Widerspruchsfreiheit, Verständlichkeit und Vollständigkeit im Sinne eines Abgleichs mit den europarechtlich vereinheitlichten inhaltlichen Vorgaben geprüft". Nicht überprüft würden hingegen die Richtigkeit der Angaben eines Wertpapierprospektes, insbesondere zugesicherte Eigenschaften (zum Beispiel hohe Ertragschancen, größtmögliche Sicherheit, geringe Volatilität). Für die Richtigkeit der in einem Wertpapierprospekt getätigten Angaben haftet der jeweilige Emittent. (eml)