Nicht mit "produktorientierten" Ansätzen, sondern mit glaubwürdigen Anlagelösungen werden Anbieter im Asset Management zu den Gewinnern zählen und Kundenziele erfolgreich umsetzen. Das ist einer von acht Erfolgsfaktoren, die die in London ansässige Newton Asset Management, ein Unternehmen der BNY Mellon Asset Management-Gruppe, in einem Analysepapier zur Zukunft der Asset Management Industrie herausgearbeitet hat. In dem Papier mit dem Originaltitel "The expected impact of all change on the asset management industry" widmen sich die Newton-Leute einem Thema, das sie als "All Change" bezeichnen. Gemeint sind damit die Folgen, die sich aus einem enormen "Deleveraging", im Prinzip dem massiven Schuldenabbau als Konsequenz aus der geplatzten Kreditblase, ergeben werden.

Identifiziert werden in der Analyse acht Attribute, die nach Auffassung Newtons in den kommenden Jahren für ein Überleben in der Asset Management-Industrie maßgeblich sein werden. "Die Ausarbeitung analysiert die von Asset Managern vorzunehmenden grundlegenden Veränderungen, um sich an die neuen Rahmenbedingungen anzupassen", erklärt dazu Helena Morrissey, CEO von Newton. "In den letzten zwei Jahrzehnten kam es in der Branche zu einer Verschiebung hin zu einer stärker vertriebs- und produktorientierten Ausrichtung, bei der Glaubwürdigkeit und Erfolg hauptsächlich am Volumen des vom jeweiligen Unternehmen verwalteten Vermögens gemessen wurden. Schwache Anlageergebnisse einiger der führenden Adressen der Branche, gepaart mit einer generellen Enttäuschung über die absolut erzielten Renditen haben jedoch eine Trendumkehr bewirkt. So gehen wir davon aus, dass die Reputation und die Kultur eines Unternehmens künftig stärker von dessen Fähigkeit abhängen werden, auf der Grundlage von klaren und nachvollziehbaren Ansätzen, stetige Anlageergebnisse zu liefern." Diesen Trend zur Rückbesinnung auf grundlegende Prinzipien hält Morrissay für begrüßenswert, da die Branche das Vertrauen ihrer Kunden wiedergewinnen möchte. Ein Erfolg werde dann erreicht sein, wenn die Anleger auf ihre tatsächlichen Bedürfnisse zugeschnittene Lösungen erwerben würden statt dass ihnen vorgefertigte Produkte verkauft würden.

Komplexe Finanzinstrumente und undurchsichtige Modelle, die als eine der maßgeblichen Ursachen für die aktuelle Finanzkrise gesehen werden, seien in Verruf geraten. "Investoren und ihre Berater suchen nun nach Anlagelösungen, die nachvollziehbar, einfach und beständig sind", so Morrissay. In den Newton-Analyse werde aufgezeigt, dass Asset Manager mit "nachweislichen Track Records, bewährten Prozessen und konsequentem und belegbarem Risikomanagement" hoch im Kurs stehen und das größte Anlegerinteresse auf sich ziehen werden. Newton ist überzeugt, dass Investoren genauso wie bei der Wahl ihres Arztes oder Anwalts auch bei der Suche nach einem Vermögensverwalter jene auswählen sollten, denen sie vertrauen und mit denen sie eine langfristige Geschäftsbeziehung aufbauen wollen.

Zu den im Artikel identifizierten Attributen, die die künftigen Gewinner in der Asset Management-Branche ausmachen werden, zählen die Newton-Leute:

1) Überzeugende und stetige Anlageergebnisse

2) Für führende Investmentspezialisten attraktive Organisationsstrukturen

3) Ein klarer Markenauftritt und eine genaue Vorstellung, wofür die Marke steht

4) Enge Kundenbeziehungen und eine ausgeprägte Serviceorientierung

5) Ein effizienter und schlagkräftiger Vertrieb bei gleichzeitigem Fokus auf die Investmenttätigkeit

6) Die Fähigkeit zur erfolgreichen Geschäftstätigkeit bei deutlich restriktiveren aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen

7) Einfach strukturierte und nachvollziehbare Investmentansätze

8) Den erfolgreichen Umgang mit dem strukturellen Wandel von leistungsorientierten hin zu beitragsorientierten Pensionsplänen

"Die im Rahmen unserer All Change-Thematik identifizierten Auswirkungen sind überaus tiefgreifend, und kein Wirtschaftsraum, kein Sektor und keine Assetklasse wird sich dem entziehen können", ist Morissay überzeugt. "Somit ist offensichtlich, dass die Unternehmen, die vorausschauend handeln und ihre Ansätze in Folge der Kreditkrise entsprechend anpassen, als Gewinner aus der Krise hervorgehen werden." Ziel der Newton-Analyse sei es, eine branchenweite Debatte darüber anzustoßen, wie die Asset Management-Industrie dies am besten umsetzen könne.

Die zwölfseitige, in Englisch abgefasste Originalfassung der Newton-Analyse können interessierte Leser als pdf-Dokument im Anhang zu dieser Meldung abrufen. (hh)