Die verpflichtende Weiterbildung für Vermögensberater, Versicherungsmakler und Agenten hat in den vergangenen Monaten für einige Verwirrung bei den Betroffenen gesorgt. Reichlich spät, nämlich erst Mitte Juli, wurden die Lehrpläne für die jeweiligen Gruppen veröffentlicht. Wer erst dann begonnen hat, sich mit den verpflichtenden Weiterbildungsstunden zu beschäftigen, ist schon reichlich spät dran und wird relativ schnell feststellen, dass das Thema durchaus komplex ist. 20 Stunden muss der gewerbliche Vermögensberater pro Jahr an Weiterbildung absolvieren, dazu kommen noch 15 Stunden Mifid-II-Weiterbildung. Bei Maklern und Agenten sind es 15 Stunden.

Hat man mehrere Gewerbeberechtigungen, können es also bis zu 50 Stunden verpflichtende Weiterbildung pro Jahr sein. Natürlich gibt es innerhalb der Lehrpläne Mehrfachanrechnungen für absolvierte Stunden, was die tatsächlich absolvierte Stundenanzahl dann wieder etwas verringert. Hat man lediglich ein eingeschränktes Gewerbe – beim Vermögensberater gibt es hier 14 unterschiedliche Kombinationsmöglichkeiten –, verringert sich die Stundenanzahl je nach Variante ebenfalls deutlich. Ein Vermögensberater, der sein Gewerbe auf Kreditvermittlung eingeschränkt hat, muss etwa nur acht Stunden Weiterbildung absolvieren.

Hier den Überblick zu behalten, wird jedenfalls eine nicht ganz einfache Sache werden, Betroffenen kann daher nur geraten werden, die Plattform meine-weiterbildung.at zu nutzen. Diese liefert nämlich nicht nur einen Überblick über die aktuellen Lehrveranstaltungen, sondern zeigt auch, welche idealerweise besucht werden sollten, um bis Jahresende auf die notwendigen Stunden zu kommen. Gleichzeitig werden die jeweiligen Weiterbildungsbestätigungen im System archiviert und dienen so als Nachweis für das ­eigene Haftungsdach und schließlich auch für die Finanzmarktaufsicht (FMA) sowie die Gewerbebehörde bei einer Überprüfung.

Für die Vermittler ist nun jedoch vor allem wesentlich, dass auch genügend Weiterbildungsmöglichkeiten geschaffen werden, damit alle Marktteilnehmer tatsächlich die Möglichkeit haben, auf ihre Stunden zu kommen. Branchenvertreter warnen ja bereits vor Angebotsengpässen. FONDS professionell möchte auch hier unterstützen und hat sich kürzlich über das ibw – Österreichisches Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft als  unabhängiger Bildungsanbieter zertifizieren lassen. Dadurch werden wir unseren Lesern bei von uns organisierten Veranstaltungen noch deutlich besser bei der Erfüllung ihrer Weiterbildungspflichten helfen können.