FMA-Kosten: Ein System vor dem Kipppunkt
FONDS professionell-Chefredakteur Georg Pankl über die Notwendigkeit, ein transparentes und vor allem faires Modell der Aufsichtskosten zu entwickeln.
Die Frage der FMA-Kosten ist längst kein technisches Detail mehr, sondern ein strukturelles Problem für Österreichs Wertpapierbranche. Seit Jahren steigen Aufwand und regulatorische Komplexität stetig an. Mit dem Urteil des Verwaltungsgerichtshofs (VwGH) zum delegierten Fondsmanagement im Jahr 2023 wurde allerdings ein Punkt erreicht, an dem das fragile Gleichgewicht endgültig zu kippen droht. Was als juristische Feinheit begann – die Einstufung der Drittportfolioverwaltung als kollektive statt individuelle Vermögensverwaltung –, entwickelt sich zum finanziellen Pulverfass.
Zahlreiche Unternehmen stellen ihre Zahlungen ein, beeinspruchen Kostenvorschreibungen und ziehen sich aus dem Subrechnungskreis 3 zurück. Die Folge: ein Loch von rund 2,5 Millionen Euro pro Jahr – die die FMA nicht einheben kann –, das irgendjemand stopfen muss. Und dabei geht es aktuell nur um jene Wertpapierfirmen, die die Kostenbescheide auch tatsächlich beeinsprucht haben. Die delegierten Verwalter wollen nicht zahlen, die verbleibenden Wertpapierfirmen können nicht zahlen, Banken und Versicherungen wollen nicht noch mehr zahlen – und der Bund lehnt es ab, substanzielle Mehrausgaben zu stemmen. Der staatliche Beitrag, einst bei rund 30 Prozent der FMA-Kosten, liegt heute bei mageren fünf Prozent. Nun droht eine dramatische Zuspitzung: Branchenvertreter warnen vor Kostenbelastungen von vier bis fünf Prozent des Umsatzes. Für viele kleine und mittlere Wertpapierfirmen – insbesondere WPDLU – wäre das gleichbedeutend mit dem wirtschaftlichen Aus. Die FMA selbst ist gesetzlich gebunden und hat keinen Spielraum; gleichzeitig bleibt unklar, ob die Kostenverteilung tatsächlich verursachergerecht erfolgt.
Warten auf eine einfache Lösung
Die fehlende Transparenz verschärft die Situation: Eine Aufsicht, die Transparenz fordert, legt ihre eigenen Kostenmodelle nicht offen, während eine Branche unter steigenden Regulierungsauflagen eine Behörde finanzieren soll, deren Personal- und Strukturkosten seit Jahren wachsen. Der Gesetzgeber wiederum wartet seit Jahren auf eine einfache Lösung – eine, die es nicht gibt. Österreich braucht dringend ein neues, transparentes und vor allem faires Modell der Aufsichtskosten – eines, das kleine Marktteilnehmer nicht überproportional belastet, während andere Rechnungskreise durch Deckel geschützt werden. Kurz: ein Modell, das verhindert, dass die Aufsicht selbst zur Quelle von Instabilität am Finanzmarkt wird.















